Irritation und Verwirrung

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Die Montagskolumne #145 Unrechtsstaat

Verbrannte Erde

In diesen Tagen fällt einem immer mehr die RAF ein, man fängt an zu verstehen, wen und warum die bewaffnet angegriffen haben. Manchmal kriegt man Lust die Flinte aus dem Korn zu holen, hat man die Äusserungen Christian Klars im Kopf, der angesprochen auf Reue sagte, das diese Begriffe für ihn keine Bedeutung hätten, gegenüber einem System, dem der hunderttausendfache Tod von Menschen nichts gelte.

Im Gebirge, in der Wüste und an der Küste Saudi Arabiens, baut die EADS Sicherheits- und Verteidigungssparte, Cassidian, einen 9000 Kilometer langen Todesstreifen. Eine Berliner Mauer! „Es ist das größte Projekt, das es jemals gab“ Bis 2014 werden die EADS-Leute zusammen mit dem Baukonzern Al Rashid das Land abschotten. Der exportierte Unrechtsstaat.

Am 4. November 2009 fliegt die Saudische Luftwaffe den größten Luftangriff ihrer Geschichte, genannt: ‚Verbrannte Erde‘, Tornado Kampfjets bombardieren die Angehörigen des Al Huthi Stammes, die der befestigten Grenze im Wege stehen. Offiziell heißt es, man wolle die Grenzregion von Terroristen säubern. Die Saudis schaffen Fakten. Frauen, Kinder, Alte und Junge verlieren ihr Leben.

Die dort arbeitende Grenzpolizei wird seit Jahren von deutscher Bundespolizei ausgebildet, sämtliche Grundrechte sowie der Rechtsstaat wurden und werden ausgeblendet, man ist dem Kunden, dem König im wahrsten Sinne des Wortes verpflichtet. Die Saudis, die auch bei der gewaltsamen Niederschlagung der Demokratiebewegung in Bahrain behilflich waren; wo auf unbewaffnete Demonstranten von Seiten des Militärs scharf geschossen wurde, sollen jetzt mitten im arabischen Frühling, zweihundert Leopard Panzer von Deutschland geliefert bekommen. Weiß man doch hier zulande seit ’53: „Gegen Panzer ist Zivilcourage machtlos.“

Da kann Schäuble doch nicht übel nehmen, wenn einem da die Affäre Schreiber einfällt mit seiner kleinen Parteispende, der Bestechungsskandal! Die Einlassungen der Bundesminister de Maizière und Friedrich zur Panzer Affäre, „Sicherheit vor Menschenrecht“  haben für mich strafrechtliche Relevanz!

Über eine US-Lieferung F-15-Kampfflugzeuge im Werte von über 20 Milliarden, zeigte sich Israel noch besorgt, wie schon 1981, als die ersten F-15 an die saudische Armee geliefert wurden. Jetzt billigt man die Entscheidung des Bundesunsicherheitsrat. Welch Wunder! Sind Kampfpanzer doch eher ein Auslaufmodel im Zeitalter von Stuxnet und gezielter Tötung.

Fünfzehn der Neunzehn Attentäter von New York kamen aus dem Polizeistaat Saudi Arabien. Als Reaktion auf den 11. September bombardierte man die angeblichen Ausbildungslager in Afghanistan, nicht Saudi Arabien oder etwa die Technische Universität Hamburg-Harburg , wo vier der Attentäter als Studenten die Anschläge geplant hatten.

Die Saudis finanzieren großzügig die islamische Sache in Europa, auch in die salafistische Predigt, über die sich das Publikum dann so schön aufregen kann. Und das wundert sich dann, wenn unsere Kinder, die nichts schärfer und bitterer trifft als Ungerechtigkeit, Amok denken.

Djdeutschland


Gerhirngewaschen

plakat_web1Am Freitagmorgen
erinnerte mich mein Radiosender an die Zerstörung Dresdens
1945.
Wie der Sprecher berichtete,
hätten Historiker bewiesen,
daß („nur“) 25 000 Menschen diesem minutiös geplanten Feuersturm zum Opfer gefallen wären.
Ich war hellwach, das hörte sich gewaltig nach der ‚Holocaustleugnung‘ an,
hol‧o‧caust [hɔləkɔːst]

Langenscheidts Wörterbuch Englisch

Massenvernichtung f; Brandopfer n
Ho|lo|caust[hɔləkɔ:st]

Duden 24. Auflage 

Tötung einer großen Zahl von Menschen,
bes. der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.
der Kampagnie, mit der wir über die letzten Wochen überzogen werden, die – wie ich meine – von der Gegenwart, den Gewaltexzessen und handfesten Krisen und deren Lösung nur ablenken soll.

 



„Nicht nur in Dresden mündet daher die Rekonstruktion deutscher Identität in die Verdrängung der geschichtlichen Wirklichkeit durch einen Mythos,“ las ich im Internet nicht etwa bei der Rechten, sondern bei der Antifa.

Wir gehen ausschließlich – wie in jedem Jahr – mit mehreren tausend Menschen der Opfer von Dresden,
aber damit natürlich auch der Opfer anderer Städte, gedenken,“
lese ich bei der NPD!

Ulrike Meinhof schrieb
in konkret, Nr. 3, 1965

„In Dresden ist der Anti-Hitler-Krieg zu dem entartet, was man zu bekämpfen vorgab und wohl auch bekämpft hatte: Zu Barbarei und Unmenschlichkeit, für die es keine Rechtfertigung gibt. Wenn es eines Beweises bedürfte, daß es den gerechten Krieg nicht gibt – Dresden wäre der Beweis. Wenn es einen Beweises bedürfte, daß der Verteidigungsfall zwangsläufig zu Aggression entartet – Dresden wäre der Beweis. Wenn es einen Beweises bedürfte, daß die Völker von den kriegsführenden Regierungen selbst mißbraucht werden – Dresden wäre der Beweis. Daß an der Bahre Sir Winston Churchills das Stichwort Dresden nicht gefallen ist, legt den Verdacht nahe, Dresden sollte immer noch dem Volk angelastet werden, das doch selbst betrogen worden ist. Es ist der gleiche Takt, den die Bundesregierung praktiziert, wenn sie die Verjährungsfrist für in der NS-Zeit begangenen Mord nicht aufhebt. Wer die Täter nicht denunziert, denunziert aber die Völker.“


Burkhard Müller-Ullrich
brachte es im Kulturtreff bei der Bearbeitung eines ganz anderen Themas auf den Punkt:

„Es geht ja, auch das lehrte uns Einstein, absolut nichts verloren: kein Quäntchen Energie, kein bisschen Masse, nicht mal eine einzige Tüte Müll.

Doch während Energie und Masse uns im Alltag weitgehend egal sein können, ist der Müll ein philosophisches Problem. Denn Müll ist nicht nur durch seine Wertlosigkeit definiert, Müll ist auch das, was verschwinden muss. Indem der Mensch „Müll“ sagt, denkt er Vernichtung; Müll ist der Inbegriff des zu Vernichtenden. Das wiederum gehört zu den Besonderheiten der menschlichen Spezies: Der Mensch ist das Müll denkende und dadurch Müll produzierende Wesen.


Diese Tatsache hat eine geradezu theologische Dimension. Wenn nämlich die Kreation von Dingen ein göttlicher Zug ist, dann ist die Destruktion des Abfalls ein eher teuflischer.“

s1einstein1

Albert Einstein (1879-1955) lebte von 1902 bis 1909 in Bern


DjDeutschland gegen Faschisten und deren Aufmärsche von links bis rechts