Irritation und Verwirrung

Beiträge mit Schlagwort “Uli Sol

Hartmut Gründler 

Beschäftigt mich gerade im Angesicht dieser klebenden antifachistischen, Kunst und Denkmal zerstörenden; der Vernichtung von Geschichte, Kunst, Kultur und allen anderen „WERTEGELEITETEN“ Widerständlern. Da war ich doch deutlich, härter, resilienter und vor allem kreativer und erfolgreicher. Wir haben Menschen belustigt, Spaßgurilla, provoziert. Wir waren keine Lämmerschwänzchen, aber am Ende haben meist alle gelacht. Wir waren politisch, aber freundlich, nicht nervig. Gewalt, Nötigung spielten keine Rolle. Eine politische Selbstverbrennung ist für mich ausgeschlossen! Beeindrucken tut es mich aber sehr. Die Ultima Ratio des Terrors, um auf einen unerträglichen Misstand hinzuweisen, irre. Gründlers Weggefährten sahen das anders, erinnern sich an seine Gradlinigkeit: „Es war kalkuliert, ein Akt des Muts und der Entschlossenheit“, sagte Wilfried Hüfler 2011 der „Zeit“. Öffentlich wirksam ist es, wie auch in Hartmut Gründler Fall, meistens nicht, zu unerträglich, zu schrecklich ist das Geschehene, man wendet sich angeekelt und ohnmächtig ab.

Djdeutschland (Träger des schwarzen Sterns wegen vierzig Jahre Szenenzugehörigkeit)

Gegen die Fesseln einer verseuchten Sprache: Hartmut Gründler 1975 in der Stuttgarter Stiftskirche

Die Montagskolumne #124 Tribut to Uli Sol

Es ist schlappe 20 Jahre her

Als ich Uli Sol kennenlernte, fanden ihn manche schwierig, ich mochte ihn. Er behauptete die dollsten Sachen, zum Beispiel, daß er Solarzellen bauen könne, welche die Energie wieder einfahren, die ihre Produktion kostet. Er hatte irgendwo im Schwarzwald einen alten Posten Elektromotoren gekauft und baute diese Solarmännchen. Bald fand man sie überall in der Stadt; in den Schaufenstern von Optikern, Juwelieren oder Frisören. Ich kaufte ein paar aus seiner Produktion, um sie zu verschenken und für seine Sache zu werben.

Dieses schenkte ich als Diskussionsgrundlage meinem Vater. Immer wenn ich ihn besuche, schlafe ich in dem Zimmer, auf dessen Fensterbank es steht. Jeden verdammten Morgen fängt  der solarbetriebene Quadratschädel an, sich zu drehen. Dank Uli Sol habe ich gelernt: diese Dinger brauchen keine Sonne, um zu laufen, sie brauchen Licht! Selbst an dunklen, grauen Tagen dreht sich der Elektromotor. Scheint die Sonne, fängt das Männchen buchstäblich an zu rennen und schmeißt mich aus dem Bett!

Seitdem sind zwei Jahrzehnte vergangen. Neulich traf ich eine Freundin. Sie erzähle mir, Uli Sol habe sich von der Atomindustrie verfolgt gefühlt, sei immer sonderbarer geworden und hätte sich schließlich das Leben genommen. Seine Solarmännchen sind noch da und die Quadratschädel – ein Zeichen – drehen sich immer noch! Ich träume weiter von einer dezentralen Stromproduktion.

Djdeutschland

Dann heisst das Solarmännchen jetzt eben Energiemännchen und ist unterlegt mit eigenem Musikinhalt copyleft!