Irritation und Verwirrung

Beiträge mit Schlagwort “Ton Steine Scherben

Holt euern Aal raus

Unter Führung

einiger lokaler, als Militäristen getarnter Rockstars, großer Anteilnahme und zur großen Freude des neuen Intendanten des Schauspielhauses Jack Kurfess, flashte ein Mob von Künstlern vor der Kuturbehörde und skandierte vielfistelstimmig: „Werden wir euch bezwingen mit Fistelstimmen“. Nachdem der neue Hamburger Senat massive kulturelle Kürzungen vornimmt und dadurch das Schauspielhaus kurz vor der Schließung steht, trat man zur „Gegenattacke“ an. „Damit das Schauspielhaus kein Ahlhaus wird“. Man will sich der Zerschlagung und Zerkleinerung des Kulturbetriebs zu Gunsten des „Eventerrors“ erwehren, daß man dabei durchaus traditionsbewußt ist, zeigte sich beim gemeinsamen Singen eines Covers des Ton Steine Scherben Klassikers.
„Das ist unser Haus“.
Erinnerungen an die große verpasste Chance der Szene, den Punkrocker und Innensenator Barnabas Schill werden wach. Wollte der nicht auch mal das „mafiöse, vetternbewirtschaftete“ Schauspielhaus schließen und stattdessen junge Künstler und Musiker sich dort erproben lassen?

Djdeutschland

Video via AHarnischfeger

via SommerInHamburg


Lieber Jürgen Trittin

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Ich war noch ganz grün

und in der Szene noch nicht so weit vorgedrungen,
um einen ‚Mescalero‚ unterzeichnen zu können.

„Eine sehr unstaatsgemäße Einleitung
für eine „radikal-pazifistische Absage an den Terrorismus“

 
Ich hätte es wohl auch nicht getan;
ich setzte mich mitte der Achtziger in Göttingen
mit einigen Freunden und Freundinnen,
für den Total-Kriegsdienstverweigerer Uli B. ein.
Der war an seinem Einberufungstag nach den Worten:

 „Der rote Mann ist nicht bereit für den weißen Mann zu kämpfen“

in der Rommel-Kaserne in Osterode am Harz inhaftiert worden.
 
Vom ersten Tag an belagerten wir ‚das Fort‘;
24 Stunden lang in Lippenstift-Kriegsbemalung,
bewaffnet mit Gitarren, Blumen, Getthoblaster
und vier fahrbaren Enten, in vier verschiedenen Farben.

Wir beschallten das Fort mit seinen Lieblingssongs
von Jefferson Airplane und Ton Steine Scherben.
und skandierten: „Eins, zwei, drei, laßt den Uli frei!“

Sie hatten für unsere Belange ein Ohr,
haben damals in der Presse Stellung für uns bezogen,
gespendet und unser Anliegen mit ihren Kontakten unterstützt!
Kurz danach zogen Sie mit Den Grünen
in den niedersächsischen Landtag ein.

Die Kaserne galt wegen des Waffenlagers
als ein mögliches Ziel der RAF;
die ein oder andere Kuh,
die in der Dunkelheit am Zaun eine falsche Bewegung machte,
hatte das schon das Leben gekostet.

Eine Wohnung über dem Kino in der Nikolaistraße
fungierte als eine Art PR-Hauptquartier, man wurde beschattet, SpuDok;
ich telefonierte des öfteren auch mit Ihnen Herr Trittin!

Es wurde ein Spendenkonto eröffnet,
Eingaben gemacht, gefaxt, geschrieben,
wir gaben Radio Bremen ein bemerkenswertes Interview,
wir baten sogar den Bundespräsident um Gnade.

Irgendwann nach Wochen
fuhr dann eine Opelsenator-Limosine mit Fähnchen vor,
mit ’nem General drin oder so
und Uli wurde noch am selben Abend frei gelassen.
Unter dem Eindruck der Haft (2 qm Zelle) entschied er sich,
anschließend Zivildienst abzuleisten.

Sie sind bis heute Ihrer Sache treu geblieben
und haben nie, wie Weggefährte Pipeline-Fischer,
RWE-Schlauch oder ein Gazprom-Schöder après-Politik,
Ihren Arsch verkauft.
Wie Schäuble sagt: „Politik ist dicke Bretter bohren.“

Gerade im Umland von Göttingen
habe ich viele über die Jahre wirtschaftlich nachhaltig
erfolgreiche Projekte grünen Denkens zu sehen bekommen.

Ihre Lenkungswirkung als Bundesminister
in der so gescholtenenen Dosenverordung,
beim Atomausstieg und Erneuerbare-Energien-Gesetz
und ganz besonders beim Emissionshandel
findet meine größte Anerkennung!
Sie haben Maßstäbe gesetzt.

Aber wofür stehen die Grünen!

Wohnte ich noch in Ihrem Wahlkreis,
würde ich Sie Herr Trittin wählen.
Ihre Frauen in Hamburg kann ich nicht leiden.

Auch Claudia Roth, einst Managerin der ‚Scherben‚,
„Ich bin nicht frei und ich kann nur wählen,
welche Mörder mir befehlen,
welche Diebe mich bestehlen“,

fordert zwar Neuwahlen im Iran
aber nicht in Afghanistan.

Oder Graf-Zahl-Ozdemir,
der gegen den Willen der Basis
als Vorzeige-Immigrant nach vorne geschoben wurde.

Gut vielleicht Renate Künast,
der aber im Hartz 4 Fernsehen auf dem Bauernhof,
keine richtigen Antworten einfallen.

Wo ist das klare Bekenntnis der Grünen
zu einer dezentralen Energiewirtschaft?
Zu Hanf, zur Änderung des Steuer- und Beamtenrechts,
negativer Einkommenssteuer, zum Grundeinkommen für Kinder,
gegen den Überwachungsstaat, gegen Krieg?

Ich habe extra für Sie das Deutschlandlied neu modifiziert,
Sie zieren sich ja immer so beim Singen.
Hier die Musik,
den Text können Sie auf der Startseite (extra Fenster öffnen)
im Laufband ablesen und dazu singen.

Ich wünsche Ihnen viel Glück!

Ihr Djdeutschland


Die Montagskolumne # 22 Grüne Gurken

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Özdemir ist kein Obama,

seine Antrittsrede hätte er so auch bei der SPD halten können.
Daß ihn das Volk nicht ins Parlament wählen wollte, macht klar;
eine schlechte Wahl.
Die Grünen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Auf unsere Forderungen, wie Legalisieren, kein Krieg,
bedingungsloses Grundeinkommen, warten wir vergebens.
Cem Özdemir sammelt weiter Meilen und auch er
wird irgendwann im Vorstand eines Stromkonzerns landen.

Das vertraulich gesprochene Wort ist nicht mehr geschützt.

War es wahrscheinlich noch nie.
Hierzulande beschimpft man sich lieber weiter gegenseitig als
Holocaustleugner und Naziverbrechenverharmloser,
während im Mittelmeer auch künftig die Leichen der Afrikaner schwimmen werden.
Der Völkermord-Vergleich dort mit Deckung deutscher, europäischer und amerikanischer
Rohstoffirmen ist nicht verhältnismäßig.

Die Rohstoffpreise steigen, unsere Waffenverkäufe auch.

Unsere Jugend will sich nicht mehr in Parteien engagieren,
trifft sie doch nichts schärferer und bitterer als Ungerechtigkeit.
Die Kultusminister und Lehrer sind weiter vom Beamtenrecht geschützt
und es wird weiter nach den selben, alten, falschen Berechnungsgrundlagen verfahren.
In diesem System kann man nichts verändern.

Man muß das System ändern!

Vom Unrechtssystem Russlands
läßt man sich, auch trotz der Mahnung
kleinerer europäischer Staaten, weiter erpressen,
anstatt Die Energiewende zu schaffen.
Der Europapräsident und Sonnenkönig Sarkozy
setzt weiter auf Force de Frappe
und vertritt die Interessen derer,
auf deren Yachten und Inseln er urlaubt.

Nur ein freier Markt macht grüne Politik.
Nur ein hoher Öl/Gaspreis macht Investitionen in Alternativen möglich,
nur das Investieren in Alternativen lassen den Ölpreis wieder fallen.

Auch beim internationalen Finanzgipfel
wird man auf das schon 1930 geschriebene Wort
des ‚begabtesten, widerwärtigsten, jüdischen, Antisemiten‘ Tucholski nichts geben.
Man wird das immer gleiche System auf dieselbe Art und Weise retten.

DjDeutschland


Montagskolumne #21 Kulturkrampf

irmaThomas Doering

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung zum Pogrom vor 70 Jahren in Deutschland, haben gestern in Berlin Charlotte Knobloch & Angela Merkel ihre Reden gehalten. Die Kanzlerin resümierte:

„Also, meine Damen und Herren, fassen wir die Lehre unserer Geschichte in einem Satz zusammen: Wir dürfen nicht schweigen.“

Gleichwohl nennt sie die Kritik am Krieg Isreals gegen Palästina antisemitisch und man geht wohlmöglich bald in den Knast, wenn man selbe äußert.

Es war Obama, der bei seiner Sieges-Rede an den Mauerfall in Deutschland vor 19 Jahren erinnerte, an das friedliche Ende eines jahrzente andauernden Krieges am 9. November 1989. Er steht heute für die Überwindung von Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit. Weltweit setzen Menschen ihre Hoffnungen auf Frieden in seine Politik während in Deutschland immer noch viel der Worte um unsere grauenhafte Vergangenheit gemacht werden, so als könne man sich mit einem gehörigen Maß an Schuldgefühl und Scham aus der Verantwortung für eine friedliche Gegenwart im Nahen Osten stehlen.

Liebe Frau Kanzlerin, ich will die von Ihnen angesprochenen Grundrechte Freiheit und Menschenwürde mal mit den Worten einer wunderbaren deutschen Band zusammenfassen:

Reißen wir die Mauern ein, die uns trennen.
Kommt zusammen, Leute. Lernt euch kennen.
Du bist nicht besser als der neben dir.
Keiner hat das Recht, Menschen zu regier’n.

Hoffen wir, daß nicht nur Frau Knobloch und der Zentrarat in Deutschland etwas über eine friedliche Wiedervereinigung lernen können.

Daringlyjunes grüßt Djdeutschland