Irritation und Verwirrung

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Kein schöner Land

IMG_1458Dieses mal war Weihnachten besonders wichtig! Nirgendwo singt man Stille Nacht – heilige Nacht schöner als in St. Pauli – schwer, schleppend. Die Kirche war diesmal brechend voll. Die `Buschmänner`, die die rassistischen Konsumenten anlocken, sind freundlich und gesprächsbereit. Sie haben sich verzehnfacht. Die, die guten Willens sind, scheinen sich hier zu sammeln. Je mehr Ghetto, desto weniger hirnlose Investoren. Das von mir Propagierte scheint sich zu bewahrheiten: die Revolution geht von St. Pauli aus!

Gegenüber in Dock 11 werden Kriegsschiffe gewartet, oder Luxusjachten –  von Milliarden schweren Waffen- Öl- Schrottschiebern. Geheim eingerüstet und eingeplant. Keiner soll es sehen, keiner soll es wissen. Merken!

Cruiser, um jede Menge Leute trockenen Fußes sicher reinzubringen, sind genug da. Geld, Feuerwerk und der dazugehörige Müll bis zum Abwinken vorhanden.

Mein Schwiegervater sagt, ich solle wegen der Kinder hier wegziehen, ich meine: Geld ist out, wenn die Massenpsychose ausbricht, bin ich hier sicher. Sitze ich auf der Straße, serviert man mir hier kostenlos Kaffee und Kuchen, ich bekomme jeden Tag handgeschriebene Briefe von hier, selbst die`Angler` umarmen mich zum Trost!

Jetzt fällt Schnee, es ist saukalt, der Sylvester-Grünkohl kam gerade richtig. Lionels diesjährige Plattenlieferung vom Feinsten! Noch einmal den Akku aufladen für das nächste neue lange Jahr.

Der nächste Sommer kommt bestimmt, wir werden da sein.

Djdeutschland


Die Montagskolumne #71 BERLIN

BERLIN BERLIN,

ICK LIEBE DIR.

DU STINKST MAL DA,

DU STINKST MAL HIER.

DIE GANZE WELT LIEGT DIR ZU

FÜßEN,

NY?

PARIS?

BERLIN LÄSST GRÜßEN!

KID


Hundert Tage, fünfzig Staaten * New York

We NY

Nach einem Champagner-Kaviar- opulenten Aufenthalt im China Grill, fand ich nach dem Aufwachen im SoHo-Grand  meine Schuhe im Zimmer eines anderen Gastes, mit dem ich mich über Nacht angefreundet hatte. Um am ersten Tag in New York den Eindruck zu erwecken, daß ich mich damals täglich auf dem Parkett unten im World Trade Center bewegte, musste ich nur ein „How are ya‘ “ in die Menge hineinwinken, um sofort von jedem die Reaktion eines alten Bekannten zurück zu bekommen.

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USA NEW YORK FREIHEITSSTATUE

Auch ‚The Big Apple‘ genannt, repräsentiert NY nicht Amerika, das behaupten jedenfalls die Touristen aus Kansas, wenn sie an den Broadway kommen, um Bier zu trinken und ein Stück metropolitische Kultur zu erfahren. Verglichen mit New York ist Amerika in seiner Seele kleinbürgerlich, spießig und langweilig; außer vielleicht LA, San Francisco und Miami. (Las Vegas überdies besitz keine Seele, nur eine Wüste!)

Keine Stadt der Welt symbolisiert wie New York, dass trotzdem alles möglich ist. Ich denke so, seit ich Salinger gelesen habe, Updike und Raymond Carver. Hier kannst Du es schaffen, in einer Stadt, die laut Sinatra nie schläft.

Armin Müller Stahl spielte in Jim Jarmuschs „Night on Earth“ einen deutschen Taxifahrer in New York. Sein Fahrgast, ein schwarzer Bruder aus Brooklyn, der Bronx oder Harlem. New York ist der Hudson-River, sein Hafen in Downtown Manhattan, die Fähre, der ständige Wind, der durch die Häuserschluchten fegt, die Brooklyn Bridge, die NY- Stock Exchange & die Wallstreet; die 5th Ave mit ihren Boutiquen und die anziehende Miss Liberty.

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In Manhattan fließt das GELD, das gar nicht da ist und hierher zieht es die Menschen, die gar keins oder zuviel davon ausgeben können. Zu den Schaufenstern von Tiffanys und in den Central Park. New York ist der Schmelztiegel der Visionäre und Illusionäre, Heimat des MOMA und Man Rays, die Wiege des organisierten Verbrechens, Rockefellers; Haupt- und Altersruhesitz der zahnlosen UN, hier leben so viele unterschiedliche Menschen auf so engem Raum, dass es außer Toleranz oder Ignoranz keine Haltung geben kann. Nirgendwo wird man so oft zu einem Drink, einer Party, einer Vernissage eingeladen, kommt so beliebig ins Gespräch wie in New York im Taxi, im Deli, auf dem Broadway. Stadt der einsamen ♥‘en; wer es hier schafft, hat es überall geschafft.

Hoffentlich auch die New York Times!