Irritation und Verwirrung

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Die Montagskolumne #184 Mörderbande

Wieder einmal

und nach alt bekanntem Muster belügt uns die Es-Soll-So-Sein-Berichterstattung zu Syrien und bürstet uns auf Krieg. Quersubventioniert über Katar und den Polizeistaat Saudi Arabien liefert man Rebellen Waffen, die gestern noch Terroristen waren, um Assad zu stürzen auf dem Weg in den Iran. Gestandene Journalisten wie Claus Cleber benutzen wider besseren Wissens falsche Übersetzungen, um uns zu täuschen. Die eigentliche Sensation in seinem Interview mit Ahmadinechad war die Indiskretionen der IAEO, Namen iranischer Atomwissenschaftler zu veröffentlichen, die danach gezielt getötet werden konnten.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, auch deutsche Spezialeinheiten befänden sich schon längst auf syrischem Boden. Nicht Russen und Chinesen sind die Verhinderer von UN-Resolutionen, sondern die amerikanische Regierung; das Geschäft mit dem Tod bleibt ohne globale Kontrolle. Dreizehn EU-Haftbefehle gegen CIA-Entführer und Folterer warten seit Jahren auf ihre Ausführung, schon verlangt man Assad vor internationale Gerichte zu stellen. Wir warten aber noch auf Bush, Rumsfeld, Cheney und Blair! Jetzt kann man sehen, wie wichtig ein einiges Europa ist, mit seinen Rechtsstandards und einer starken europäischen Verfassung, denn nur so wird man die wahren, blutrünstigen Waffenschieber und Kriegstreiber zur Strecke bringen können.

Djdeutschland


Was gesagt werden muss

„Warum schweige ich, verschweige zu lange, was offensichtlich ist und in Planspielen geübt wurde, an deren Ende als Überlebende wir allenfalls Fußnoten sind.

Es ist das behauptete Recht auf den Erstschlag, der das von einem Maulhelden unterjochte und zum organisierten Jubel gelenkte iranische Volk auslöschen könnte, weil in dessen Machtbereich der Bau einer Atombombe vermutet wird.
Doch warum untersage ich mir, jenes andere Land beim Namen zu nennen, in dem seit Jahren – wenn auch geheimgehalten – ein wachsend nukleares Potential verfügbar aber außer Kontrolle, weil keiner Prüfung zugänglich ist?

Das allgemeine Verschweigen dieses Tatbestandes, dem sich mein Schweigen untergeordnet hat, empfinde ich als belastende Lüge und Zwang, der Strafe in Aussicht stellt, sobald er mißachtet wird; das Verdikt „Antisemitismus“ ist geläufig.

Jetzt aber, weil aus meinem Land, das von ureigenen Verbrechen, die ohne Vergleich sind, Mal um Mal eingeholt und zur Rede gestellt wird, wiederum und rein geschäftsmäßig, wenn auch mit flinker Lippe als Wiedergutmachung deklariert, ein weiteres U-Boot nach Israel geliefert werden soll, dessen Spezialität darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe dorthin lenken zu können, wo die Existenz einer einzigen Atombombe unbewiesen ist, doch als Befürchtung von Beweiskraft sein will, sage ich, was gesagt werden muß.

Warum aber schwieg ich bislang? Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten.

Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden? Weil gesagt werden muß, was schon morgen zu spät sein könnte; auch weil wir – als Deutsche belastet genug – Zulieferer eines Verbrechens werden könnten, das voraussehbar ist, weshalb unsere Mitschuld durch keine der üblichen Ausreden zu tilgen wäre.

Und zugegeben: ich schweige nicht mehr, weil ich der Heuchelei des Westens überdrüssig bin; zudem ist zu hoffen, es mögen sich viele vom Schweigen befreien, den Verursacher der erkennbaren Gefahr zum Verzicht auf Gewalt auffordern und gleichfalls darauf bestehen, daß eine unbehinderte und permanente Kontrolle des israelischen atomaren Potentials und der iranischen Atomanlagen durch eine internationale Instanz von den Regierungen beider Länder zugelassen wird.

Nur so ist allen, den Israelis und Palästinensern, mehr noch, allen Menschen, die in dieser vom Wahn okkupierten Region dicht bei dicht verfeindet leben und letztlich auch uns zu helfen.“

„Was gesagt werden muss“ Günter Grass