Irritation und Verwirrung

Beiträge mit Schlagwort “Atommüll

Vitalienbrüder

Sind wir zu stark sind sie zu schwach

Stellen sie sich vor, eine übermächtige Horde schwarzer Somalier, würden über die Lüneburger Heide herfallen, unsere Heidschnuken jagen, unseren Spargel wegstechen und es gäbe nichts zu essen. Es gäbe auch keine Regierung die unsere Interessen vertritt. Und nur weil wir einem dieser schwarzen Spargelstecher mal gezeigt haben, wo’s langeht, verschleppt man uns nach Mogadischu oder Baidoa, das uns gänzlich fremd ist, um uns den Prozess zu machen!

Wahrscheinlich haben die zehn Piraten von nichts mehr geträumt, als nach Europa zu kommen, nach Deutschland. Sie hatten sich ihren Aufenthalt sicher anders vorgestellt. Vielleicht hatten sie ‚mal einen dieser Container aufgebrochen und die geilen Sachen gefunden, die für uns um ihr Horn von Afrika verschifft werden. Vielleicht waren Waffen dabei, vielleicht Atommüll. Vielleicht haben sie noch nie so gutes Wasser getrunken, wie das hier aus der Heide.

Sicher haben sie Angst. Nach dem Sturz des letzten Piraten brach der Bürgermeister sein Versprechen, und alle 73 Seeräuber wurden enthauptet. Die Köpfe wurden zur Abschreckung längs der Elbe aufgespießt! Selbst der Schafrichter Rosenfeld, den man ob der fehlerfrei durchgeführten Hinrichtung lobte – bei immerhin 73 Enthauptungen am Stück eine ungewöhnliche Leistung – wurde enthauptet! Nachdem er geantwortet hatte, er könne auf Wunsch auch den versammelten Rat abtun.

Wir müssen die braven Fischer befreien! Im Namen der Freibeuter! Wir werden den Blockadebrechern der Lebensmittelversorgung Somalias bei der Belagerung durch willige Truppen zur Seite stehen. Dem Phänomen der „Vitalienbrüder“, dem Symbol für Widerstand, Wagemut, Selbstbestimmtheit und Abenteuer, darf nicht ein weiteres Mal solch Unrecht geschehen!

Djdeutschland


Endlagern

Patrick Charton

ist bei der Französischen Agentur für die Verwaltung radioaktiver Abfälle (ANDRA) zuständig für das Langzeit-Gedächtnis im Hinblick auf radioaktiven Abfall. Er macht sich in offizieller Mission darüber Gedanken, wie auch in Millionen von Jahren Menschen noch wissen können, wo und welches radioaktive Material unter ihren Füßen liegt.

Auf welchem Material könnten Informationen Millionen Jahre überdauern? Wie will man erreichen, daß sich Menschen in zwei Millionen Jahren überhaupt dafür interessieren. Wie garantiert man, daß sich Informationen, wo sich ein atomares Endlager befindet, überhaupt entziffern lassen? Fragen, die bis heute niemand beantworten kann.

Das Atomforschungszentrum CEA in Grenoble ist dabei eine Technik zu entwickeln, mit Hilfe von in Saphir eingelagertem Titan-Material, auf atomare Abfälle eine Information anzubringen, die zwei Millionen Jahre überdauern könnte.

Nimmt man als Zeitspanne 300.000 Jahre , ist es äußerst schwierig, sich die Menschen vorzustellen, weil wir nur fossile Überreste kennen. Wir haben keine Spuren ihrer Kunstwerke, Zeugnisse ihrer Malereien, ihres Lebens, ihrer Kreationen.  „L’homme de Totavelle“, der älteste Franzose in den Pyrenäen entdeckt, lebte ungefähr vor 450.000 Jahren, es existieren lediglich Überreste seiner Knochen.“

Eines ist klar,  man kann die Augen davor nicht  verschließen, man kann nicht einfach das Gras darüber wachsen lassen. Es ist nicht möglich, mit chemischen Stoffen wie im Golf von Mexiko, die Folgen einfach von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Wenn wir bedenken, wie sich allein in den letzten 100 Jahren Machtverhältnisse wandelten, dann brauchen wir die kollektive Erinnerung, es darf nichts vergessen werden, es muß täglich für jedermann sichtbar sein.

Djdeutschland


Die Montagskolumne #114 Trick or Treat

Um deren Heiligkeit niemand weiß als Gott

Im Lauf der ersten christlichen Jahrhunderte wurde es wegen der steigenden Zahl von Heiligen zunehmend unmöglich, jedes einzelnen Heiligen an einem besonderen Tag zu gedenken. Heute , wo vom Heiligen so gut wie nichts mehr übrig geblieben scheint, und selbst dem Konservativismus zum Bewahren nur das besonders lange Aufbewahren von Atomüll einfällt, warnt Junge-Unions-Chef Philipp Mißfelder: Halloween ist ein Angriff auf christliche Werte! Haben in Wirklichkeit alleinerziehende Mütter Halloween erfunden, um mit Gleichgesinntinnen viel Geld für sinnlosen Tant verprassen zu können, über niedliche Kostüme der Kleinen zu befinden und Horrorgeschichten über den Ex auszutauschen? Während mancher christliche Werte durch beleuchtete Kürbisse schwinden sieht, wie Sylvia Canel schreibt, frage ich mich, in den falsch Zeugnis leuchtenden Flachschirm starrend: Was hat es wohl auf sich mit der vorweihnachtlichen Verschickung von duzenden Paketbomben, die allesamt nicht detonieren? Will man uns Angst einjagen, und wenn ja: Wer?

Djdeutschland


Kriminell

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Was zu erwarten war

Die schwarzgelbe Koalition macht ihren Farben alle Ehre
und läßt die Atomkraftwerke weiterlaufen.

Es war die entscheidende Machtfrage.

Wem gehört auch zukünftig die Energie-Infrastruktur?
Wie gestaltet sich die weitere Entwicklung der Autoindustrie,
wie die der Industrie für erneuerbare Energien?

Zentrale, schmutzige und zu teure Stromproduktion
in Händen und zugunsten Weniger,
statt dezentrale, saubere Stromproduktion,
technologischem, wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Fortschritt, Unabhängigkeit?

Wohin mit dem Müll, den diese Technologie produziert
und der über Jahrmillionen „sicher“ eingelagert werden muß?

Wer sich einen solchen Zeitraum versucht vorzustellen
und nur Revue passieren läßt, welche Umbrüche
allein in den letzten 100 Jahren
in Deutschland stattgefunden haben, dem wird klar,
die Folgen dieser Technologie werden selbst die Erbschuld
weit weit in den Schatten stellen.

Hiermit kündige ich und die Meinen
massiven Widerstand an!

Djdeutschland


Liebe Angela Merkel

angela_merkel_copyright_by_mathias_bothorFoto: Mathias Bothor

Liebe Bundeskanzlerin,

bei Ihrem Amtsantritt
hatte ich mich noch gefreut:

Dieses dumme Gequatsche,
Frauen würden es bei gleicher Bezahlung
nicht in Führungspositionen schaffen,
könnte endlich aufhören.

Ein eloquenter Augur
brachte es für mich auf den Punkt:

Es hat sich als ein Glücksfall erwiesen,
daß ein Historiker während der Wiedervereinigung Kanzler war,
es ein Jurist bei der Durchsetzung
der Arbeitsmarktreformen und
es könnte sich als ein Glücksfall erweisen,
daß eine Physikerin die große Koalition anführt.“

Mir hatte besonders Ihr testosteronfreies Regieren
auf europäischer Ebene gefallen.

In Ihrer gestrigen Regierungserklärung
rechtfertigen sie als Kanzlerin eines Landes,
das sich für zwei Weltkriege, für den Holocaust*, für millionenfachen Tod
verantwortlich fühlt, das ‚Brandopfer‘ in Afghanistan.

Einen Krieg, der weder international
noch durch das afghanische Volk selbst
demokratisch legitimiert ist.

Sie wissen,
daß bei diesem bestialischen Anschlag
unter deutschem Kommando
Menschen, Mütter, Väter und Kinder
verbrannt worden sind.

Nie wieder darf von deutschem Boden Gewalt ausgehen!
Sie wissen, daß friedliche Revolution möglich ist.

Trotzdem rechtfertigten Sie, kinderlos und empathiefrei,
auch den hundertfachen Bombenmord an hilflosen Kindern
in völkerrechtswidrig besetzten Gebieten.
Sie, die mit Hilfe der Dienste
via Satellit bei dieser menschenverachtenden
‚Wahlkampfveranstaltung‘ zuschauen konnten!

Sie nennen solche Verbrechen legitime Selbstverteidigung
und befeuerten zur Ablenkung des Publikums
wochenlang die Gazetten
mit der ‚Brandopferleugnung‘ eines 85 jährigen Verwirrten
und Sie belehrten den Papst.

Wären Sie Kanzlerin
während des zweiten Golfkriegs gewesen,
hätten wir schon an diesem verbrecherischen Angriffskrieg
gegen den Irak teilgenommen.

Sie umarmten sogar den Terroristen George Bush,
der dieses Kriegsverbrechen zu verantworten hat.

Mit dem Historiker Kohl
hätte es niemals auch nur
eine Bombardierung Belgrads gegeben!

„Sozial ist was Arbeit schafft“,
ist mit Abstand das Dümmste, was Sie jemals nachgequatscht haben.

Sie haben bis jetzt nichts
gegen die Energiemachtmonopole unternommen,
die uns betrügen, uns entmachten, Energie zu teuer besorgen,
nicht einsparen wollen, verlustreich transportieren
und eine vernünftige Entwicklung
unseres Landes und damit Arbeitsplätze
konsequent verhindern.

Sie bezeichnen als Physikerin schon lange bekannte
Wahrheiten des politischen Gegners in der Energiepolitik
als unrealistisch, aber eine sichere Endlagerung des Atommülls
über den Zeitraum von Millionen Jahren als realistisch.

Sie sind als ehemalige Bundesumweltministerin
maßgeblich für die haarsträubenden Verhältnisse
im Zwischenlager Asse verantwortlich!

Aber in adenauerischer Tradition der C-Partei
statt als Physikerin betonen Sie:
„Keine Experimente“

„Natürlich muß ins Grundgesetz,
daß wir nachfolgenden Generationen
kein jahrtausendelang strahlendes Erbe hinterlassen dürfen!“

Und auch keine Schulden!

Aber die größten Verbrecher
feiern schon ‚Wiedergeburtstag‘ bei Ihnen im Kanzleramt!

Man muß nur immer mit Krise,
Mangel und Terror drohen,
schon wählen die Schafe ihre Schlächter.

Ihre neueste wahlkämpferische Äußerung,
durch den Beginn Ihrer Kanzlerinnenschaft
seien die Arbeitslosenzahlen deutlich gefallen,
ist Ihnen aber sichtlich peinlich.

Das ‚Weiterso‘ einer rechten,
schwarzgelben Regierung,
die die vielfältige linke Mehrheit
in diesem Land ignoriert,
die im Interesse ihrer Klientel
eine vernünftige Umsteuerung
in der Energie-, Wirtschafts-, Finanz-
und Arbeitsmarktpolitik
weiter verhindert, kann sich nicht auszahlen.

Sie muß verhindert werden!

Und noch was:
Wer Andere auffordert,
sich mit seiner ehemaligen DDR-Vergangenheit auseinanderzusetzen,
sollte dieses zunächst selber tun!

Djdeutschland

*hol‧o‧caust [hɔləkɔːst] Langenscheidts Wörterbuch Englisch:
Massenvernichtung f; Brandopfer n

Ho|lo|caust[hɔləkɔ:st] Duden 24. Auflage
Tötung einer großen Zahl von Menschen.


Auf einem Auge blind

nir_hod_i_love_2006_542_539Nir Hod        

Zu Ostern haben die SEALS zwei Neger abgeknallt

Oder waren es drei?
Sie hatten amerikanische Seeleute als Geiseln genommen.
In Somalia gibt es keine wirkliche Regierung,
kein Militär, keine Polizei, keine Jobs.
Die Europäer fangen vor der Küste die Fische weg.
Mit großen Fabrikschiffen.

Überhaupt wird Afrika von uns ausgebeutet,
Gold, Oel, Diamanten – oder zu Tode subventioniert –
und die Völkermorde begangen mit Waffen
aus westlicher Produktion.

Vor der Küste des Landes wird illegale Atommüll-
und Giftmüllentsorgung betrieben.

70 Prozent der Bevölkerung haben keinen Zugang
zu sauberem Trinkwasser und medizinischer Versorgung.
Hunderte, wenn nicht tausende
ersaufen bei dem Versuch Afrika
in Richtung Europa zu verlassen.

Außer sie bleiben da
und holen sich den ‚westlichen Reichtum‘
im Golf von Aden,
den wir vor ihrer Küste
hin und her um’s Horn von Afrika fahren.

Reichtum, der sich nicht zuletzt
auf der Ausbeutung afrikanischer Rohstoffe gründet,
die in die Produktion von Gütern entrechteter
Arbeiterheere in Asien mündet.

Etwa elf Prozent des weltweit verschifften Rohöls
sowie ein Großteil der Waren aus Asien
gelangen über den Golf von Aden nach Europa.

Rund 92 Prozent aller global gehandelten Waren
werden heute über das Wasser transportiert.
Jedes Jahr fahren rund 25 000 Handelsschiffe
durch die gefährdete Wasserstraße.

Bisher war Geiselnahme ein unblutiges Geschäft,
doch das könnte sich nach der österlich amerikanischen Heldentat bald ändern.
Piratenchef Abdi Garad kündete Vergeltungsmaßnahmen
für die getöteten jugendlichen Seeräuber an.

Ein überlebender Seeräuber, er ist erst sechzehn,
wurde inzwischen nach New York überstellt
und soll dort vor Gericht gestellt werden.
Denn Seeräubern ist verboten und wird verfolgt,
Folterer dagegen gehen dort straffrei aus.


Natürlich muß ins Grundgesetz, daß wir nachfolgenden Generationen kein jahrtausendelang strahlendes Erbe hinterlassen dürfen!

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Am gestrigen Montag

wollte ich meine beiden Jung’s von der Schule abholen.
Kurz vorher bekam ich vom Größeren die Kurznachricht,
daß er keine Zeit für mich habe.
So holte ich den Kleineren ab
und unsere Erkundigungen in der Klasse des Größeren ergaben,
er habe sich zu einer Demonstration abgemeldet.
Näheres wusste man dort nicht.

Wir entschlossen uns, den Weg in die Stadt zu Fuß zu gehen.
Kurz vor dem Stadttor, in der Nähe des Bahnhofs,
kam uns der große Bruder in Begleitung eines Klassenkameraden entgegen.
Sie waren beide mit Atomkraft-Nein-Danke Stickern bepflastert
und mein Sohn zog einen Vordruck aus der Tasche,
auf dem ich als Erziehungsberechtigter
mein Einverständnis für sein Fehlen in der Schule
wegen der Wahrnehmung seines Grundrechts auf Demonstration,
durch Unterschrift erlauben sollte.

Es kamen Erinnerungen in mir hoch.

Sie berichteten von der Besetzung des Bahnhofs mit anderen Mitschülern,
aus Protest gegen den Atommülltransport.
Mein noch so junger größerer Sohn berichtete euphorisch von den Vorkommnissen
und dem damit verbundenen Polizeieinsatz und einer Anzeige gegen seine Schule.

„Die, die sich auf der Strecke haben einbetonieren lassen,
waren auch da!“ „Rein zufällig.“
„Das mache ich das nächste Mal auch“!

„NEIN!“ sage ich.
„Ich schaffe Arbeitsplätze;
von zehntausend Polizeibewerbern werden nur zehn Prozent genommen.
Mehr Einsätze; mehr Polizisten“,
höre ich den Jungen schwadronieren.

Woher hat er das bloß?

„Aus einer friedlichen Demonstration heraus können schnell gewalttätige Aktionen geführt werden“,
höre ich aus mir herauskommen…
Während ich den Vordruck unterschreibe, bittet mich der Klassenkamerad,
seinen auch zu unterschreiben und gibt mir einen Anti-Atomkraft-Sticker.

Ich schlage ein gemeinsames Essen beim Inder vor,
wo wir angeregt gewaltfreie Widerstands- und Sabotageformen diskutieren.
„Schließlich sind viele Polizisten auch gegen Atomkraftwerke,“ gebe ich zu bedenken.
Es kommen noch mehr Erinnerungen in mir hoch.

„Ich habe im Gegensatz zum Ex-Außenminister Fischer
noch niemals Gewalt gegen Menschen auf Demonstrationen angewendet.“

„Höchstens Druck.“

Ich muß mir auf die Zunge beißen, um ihnen nicht von meinen ‚Kriegserlebnissen“
und den diversen Ermittlungsverfahren wegen Widerstands
oder versuchter Gefangenenbefreiung zu erzählen…
Ich kann aber einen gewissen Stolz auf die Jungs nicht verhehlen.

Abends sitzen dann die Papas in der Bar
und jeder hat viel ‚Gutes‘ von seinen Kindern zu berichten…

Heute höre ich im Radio einen französischen Wissenschaftler,
der damit beschäftigt ist, Kommunikationsformen und Materialien zu entwickeln,
die in einer Millionen Jahren Menschen darauf hinweisen können,
wo sich radioaktiver Müll befindet.

Jungs, daß nächste Mal bin ich wieder mit dabei!

Der Kampf geht weiter!

YES WE CAN!

power
Bild: Djunior
DjDeutschland