Irritation und Verwirrung

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Tage der deutschen Einheit

…heute vor 55 (fünfundfünfzig) Jahren haben sich unsere Brüder und Schwestern gegen das im anderen Teil Deutschlands herrschende Regime erhoben. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen, 55 dokumentierte Todesopfer, viele mußten ins Gefängnis…

Zehn Jahre später wurde ich geboren.

Früher, als am „Tag der deutschen Einheit“ immer frei war, hat immer jeder an meinen Geburtstag gedacht. Seit dem wir uns in der Mitte zweier Systeme, friedlich und ohne einen Tropfen Blut zu vergießen, wiedervereinigt haben, denkt fast keiner mehr an mich.

Diese Wiedervereinigung wäre für den Bundespräsidenten die Gelegenheit gewesen, vorzuschlagen, die deutsche Waffenproduktion einzustellen, und das Militär abzuschaffen. Und stattdessen eine Art „Legion-Condor“ zu erfinden, die in der Lage dazu wäre, z. B. binnen 48 Stunden überall auf der Welt Flüchtlingslager aufzubauen. Als Zeichen für die ganze Welt, daß wir gelernt haben. Heute schicken wir Tornados, um Ziele für Bomben auszuspähen. Massenvernichtung. Desinformation.
Ich hätte Ahmadinedschad 2006 eingeladen, ihm Sonne, Wind, Energieeffizients, Energieeinsparung, ihm beispielsweise Sachsenhausen gezeigt. Damit er versteht, wie wir die Sache seh’n.

Ich frage mich, wieso keiner die Geschichte so erzählt wie ich meinen Söhnen – Deutschland 1974: Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land, Deutschland wird Weltmeister. Nur einer einzigen Mannschaft war es gelungen damals in Hamburg sie zu schlagen: Deutschland.

Immer wieder vereinigen
DJDeutschland


Hop Schwiez!

Neulich, kurz vor Spielbeginn Deutschland – Polen:
Mein Fahrrad war kaputt,

Mannesmann Chrommolybdänstahl, handmade in Germany!

und ich war gerade im Stechschritt auf dem Weg in mein EM Studio,
als ich einen anderen Herrn traf.
Wir hatten den gleichen Weg und marschierten zusammen.

„Gegen Polen hilft nur Blitzkrieg„, sagte ich.
„Die Geschichte wiederholt sich“, sagte er.

Im weiteren Verlauf des Gesprächs stellten wir fest,
daß wir beide, damals noch Kinder,
während der Fußballweltmeisterschaft 1974,
vor 56.000 Zuschauern im
Niedersachsenstadion,
der Begegnung Brasilien vs. Argentinien beigewohnt hatten.

„Rivelino, Franzisco Marinio, Paolo Cesar…“
Wir lagen uns weinend in den Armen.

Das mit Podolski ist eine Unverschämtheit!
Unter der Regierung Kohl haben die damaligen Spätaussiedler
in den entsprechenden Formularen auf die Frage
„wann haben Sie das Territorium der Bundesrepublik verlassen“,
grundsätzlich mit NIE geantwortet.
Sie durften ihre eigene Sprache nicht sprechen
und mussten die polnische Identität annehmen.

Beinahe hätte der, in der Schweiz aufgewachsene,
Schweizer Türke, Hakan Yakin, den Türken den Sieg vermasselt.
Fast alle Spieler der türkischen Nationalmannschaft
sind in Deutschland aufgewachsen.

Wir haben nicht nur Döner erfunden,
wir haben euch auch Fußball beigebracht!

Ich fand es jedenfalls nett,
daß ihr nach dem Spiel in die beste Männerbar der Welt gekommen seid
um mich zu demütigen.
O.k. ihr habt die Schweizer aus dem Turnier geworfen,
aber nochmal mal werdet ihr es nicht bis Wien schaffen!
Deutschland Cum Hürriyet!

Djdeutschland