Irritation und Verwirrung

Groove

Was wäre wenn Zappa Präsident der USA geworden wäre?

Frank Vincent Zappa (g)

griechisch-arabisch-silzilianischer Abstammung, wurde am 21. Dezember 1940 in Baltimore Maryland geboren und wäre heute 72 Jahre alt. Schon als asthmatischer Junge, wollte er eine Gasmaske nicht wieder ablegen, um gegen die Arbeit seines Vaters in der amerikanischen Rüstungsindustrie zu protestieren. Er legte an der Highschool von San Diego Feuer und verließ sein Elternhaus um mit ‚Negern‘ und Mexikanern in einer Tanzkapelle zu spielen. Später verkörperte er mit seiner Band The Mothers of Invention die „Quintessenz des Grotesken in der Rockmusik“. (The Guardian) Mit Showgreulen, wie Massakern von Babypuppen und obszönen Akten, wie einer ins Publikum ejakulierenden Giraffe, hielt der Meistergitarrist der amerikanischen Gesellschaft den Spiegel vor.

Er verherrlichte Sex mit Minderjährigen und demütigte das Bürgertum als „Plastic People“, er wurde wegen „Verschwörung zur Pornografie“ zu sechs Monaten Haft verurteilt. Wegen des Liedes Jewish Princess wurde Zappa erfolglos verklagt.

Nach der Revolution in der Tschechoslowakei wollte der spätere Staatschef Vaclav Havel und Zappafan ihn zum tschechischen Kulturattaché ernennen, was die Amerikaner untersagten. Worauf Zappa beschloss sich für die amerikanische  Präsidentschaft zu bewerben. Das war gar nicht unrealistisch, da Zappa auf die Stimmen der Nichtwähler hätte zählen können.

Zappa, für den Rauchen nicht ‚evel‘ und Tabak sein Gemüse war , entwickelte in seiner 1989 erschienenen Autobiografie,in der er sich als „practical conservative“ (pragmatischer Konservativer) bezeichnete,  Ideen zum Steuerrecht, zur Verteidigung und anderen politischen Themen. Seine Kandidatur, die er 1991 in einem Interview verkündete,gab Zappa auf, als bei ihm eine Prostata-Krebserkrankung (zu spät) diagnostiziert wurde. Er starb am 4. Dezember 1993 in Laurel Canyon, Kalifornien.

Djdeutschland


Elbdisharmonie 2012

Samstag, 18. August,
Balduintreppe Hafenstraße
St. Pauli 15.00 Uhr
Elbdisharmonie Umsonst & Draussen.

Der Erlös geht an: SOS St. Pauli.

Fiddelaltermolk, Kosmo Koslowski, Janina, Thrashing Pumpguns, Pacifico, Rock N`Roll Hotel, Chilombiano und Iriemike & the Hilpom Allstars!!!

Aftershow Party im Ahoi mit DJ Kimboz!


Elvis lebt!


„Er lies seine weitgespreizten Beine schlottern und zuckte kaum merklich mit dem rechten Knie. Es war eine Art Mischung aus rasantem Schlurfen und Charleston-Geschlenker. Er grinste höhnisch, senkte seine Augenlider, lächelte aus dem linken Mundwinkel und zuckte mit den Hüften.“

Presley hatte bis 1977 rund 500 Millionen LP’s und Singles abgesetzt. Seine Fernsehshow ‚Aloha from Hawaii‘ am 14. Januar 1973 wurde über Satellit weltweit live übertragen, von etwa eine Milliarde Menschen gesehen. 

Als ich vom Münzfernsprecher in seinem Haus 3764 Elvis Presley Boulevard,  versuchte die Fans in Deutschland zu erreichen, erreichte ich meine Mutter. Ich erzählte ihr, daß unser Jüngster gerade am Grab von Elvis das Laufen gelernt habe. Ich hätte ihr auch noch von Memphis erzählen können, der sterbenden Stadt, dem Tand, daß wir unsere großen Zehen vorher in den Missisippi getaucht hatten und mit ein paar Rednecks auf dem Parkplatz vor Graceland gekifft hatten. Aber ich erzählte ihr nur das Wesentliche:

„Mama, Elvis lebt“


Offener Brief an Wolfgang Niedecken

Lieber Wolfgang!

Durch Dich habe ich das Ausmaß erst richtig erkannt! Gerade hatte Dich der Schlag getroffen und Du konntest Deine angekündigte Tournee nicht spielen, da wollte ich Dir ‚Zehnter Juni‘, als musikalischen Gruß, ‚Plant mich bloß nit bei üch inn‘, ins Netz stellen und für Dich (umsonst) werben. Doch die GEMA verwehrte mir den Zugriff auf dieses deutsche Kulturgut! Also ist Papa hin zum Plattenschrank, da wo fast alle Deine Platten stehen (jede einzelne bezahlt) und hat die LP- ‚Vun Drinne Noh Drusse‘ gezogen‘ und sie abgespielt. Ich kann sie abspielen wann und so oft ich will, nit für Kooche würde ich mir das verwehren lassen!

‎Doch was lese ich nun im HANDELSBALTT , „Niedecken hält nichts von Piraten-Nerds“: „Damals ging es um Ökologie und Abrüstung, heute darum, wie man unentgeltlich an das geistige Eigentum anderer kommt.“  Was ist das denn? Ist jetzt Kristallnaach? Hat der unter dem Beitrag kommentierende Ostpirat recht wenn er schreibt: „(…) dass Wolfgang Niedecken sich nicht einmal 5 Minuten Zeit zu nehmen scheint, um das Programm der Piraten und deren Äußerungen genau zu untersuchen.“ Stimmt das etwa, oder pisst Du nur ein P in den Schnee und fällst lallend vot Lässigkeit um?

Gehörst auch Du etwa zu den Unterzeichnern des Aufrufs der „Musiker und Intellektuellen“ die sich, ohne das es ihnen irgend jemand, jemals je abgesprochen hätte, sich der Abschaffung des Urheberrechts entgegenwerfen? Du machtest Dich damit zum Idioten! Die GEMA verdirbt es sich mit einer ganzen Generation! Hattest Du Dich nicht auch den geistigen Erzeugnissen eines Bob Dylans bedient und wäre da nicht etwas Demut angesagt? Oder wie Christian Ziegler in seinen ‚‎Sechs Gründen für eine Überwindung des Konzeptes vom ‘geistigen Eigentum’ schreibt: „Jeder, der mit seinen geistigen Erzeugnissen geizt, lebt auch von anderen, die das nicht getan haben. Das gegenwärtige Urheberrecht belohnt nicht geistige Leistungen, sondern die Fähigkeit, sich geistige Leistungen schützen zu lassen.“

Wie küsste dir vüür? Bist Du der Wellenreiter, ein rollin‘ stone geworden, BILDest Du Dir jetzt Deine Meinung? Hast Du überhaupt begriffen, daß sich in ganz Europa radikale Parteien in die Parlamente schleichen und sich hier bei uns in Deutschland, gerade durch die Piraten – die Nerds,  eine neue Mitte bildet und dafür Zeit braucht? Hast Du Dich wirklich einmal mal mit ACTA, mit der ‚Datenfee‚ beschäftigt? Findest Du es wirklich gerecht, daß Feinde der Kunst, mit Scheiße so viel Geld verdienen? Sollen wir eine Mixed-Tapes Offensive MIT HILFE AFRIKAS STARTEN?

Ich bin ein ächter Bewunderer Deiner Kunst, ich bin schwer dafür das Leute wie Du Geld mit ihrer Musik verdienen, es tut mir unendlich leid, daß durch die „unzähligen Neuproduktionen auf dem Markt“ Deine Verkaufszahlen zurückgehen. Aber ich bin sicher, dass Du, wenn Du Deinen Mind öffnest und wieder richtig frisch im Kopf bist, Deine Meinung noch ändern wirst. Ein bisschen weniger alte Gitarre sammeln und nicht so viel in die Ferne schweifen, dann kannst auch Du an Original-Schauplätzen ein paar Originale produzieren – vielleicht auch ohne Strom – die wir haben müssen! Ich würde Vinyl kaufen.

Viel Glück, Gesundheit und Erfolg wünscht Dir

Dein Fan Djdeutschland

Und untendrein:  „’Geistiges Eigentum’, ebenso ‘Enteignung’ oder ‘Raub’ sind lediglich polemische Metaphern in diesem Zusammenhang. Eigentum gibt es in unserer Rechtsordnung nur an SACHEN, zum Raub gehören Drohung oder Gewalt. Die Frage, ob es SINNVOLL ist, Urheberrechte als ‘eigentumsähnlich’ zu konstruieren, kann und sollte man ergebnisoffen erörtern und diskutieren – statt diese Frage durch moralische Drohgesten verhindern zu wollen.“


Big Mama Thornton

Big Mama Thornton Songwriterin und Mundharmonikaspielerin * 11. Dezember 1926 in Montgomery, Alabama † 25. Juli 1984 in Los Angeles, wurde 1984 in die Blues Hall of Fame aufgenommen. Sie ist die Namensgeberin für Willie Mae Rock Camp für Mädchen, einer Non-Profit-Organisation, die das Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen durch musikalische Ausbildung stärken soll. Sie war die erste, die „Hound Dog“ von Jerry Leiber und Mike Stoller aufnahm, der Song wurde später ein Hit für Elvis Presley.


Die Montagskolumne #173 Schatten

Penner auf gelbem Kissen 2012

Die für den Schatten verantwortlich sind, wohnen inzwischen hier, oder arbeiten hier und machen Werbung damit. Neulich erst traf ich einen aus den Esso-Häusern, der monierte, daß St. Pauli immer versoffenen Pennern und Huren gehört habe, jetzt säßen zugezogene ‚Emanzen‘ in den AnwohnerInnen-Initiativen und bestünden auf das INNEN. Stahl- und Glasfassadentürme, die noch den besten Ruf eines Star-Architekten oder einer Baufirma ruinieren, türmen sich zur neuen, schönen noch leerstehenden Skyline, besonders gut von der anderen Seite der Elbe zu sehen.

Durch die neuen hohen Investmentträume, ist der Wind stärker geworden. Die Bauweise spottet jedem Schattengutachten. Die durch zähen Kampf errungenen, tröstlichen Orte, fallen regelmäßigen Groß-Events zum Opfer, doch sie werden wieder aufgebaut. Das ‚Filet‘ befindet sich noch immer in den richtigen Händen, unwiederbringlich!

Djdeutschland


Nis Randers

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Krachen und Heulen und berstende Nacht,

Dunkel und Flammen in rasender Jagd –
Ein Schrei durch die Brandung! Und brennt der Himmel,so sieht mans gut.
Ein Wrack auf der Sandbank! Noch wiegt es die Flut;
Gleich holt sichs der Abgrund.

Nis Randers lugt – und ohne Hast
Spricht er: „Da hängt noch ein Mann im Mast;
Wir müssen ihn holen.“

Da faßt ihn die Mutter: „Du steigst mir nicht ein:
Dich will ich behalten, du bliebst mir allein,
Ich wills, deine Mutter!

Dein Vater ging unter und Momme, mein Sohn;
Drei Jahre verschollen ist Uwe schon,
Mein Uwe, mein Uwe!“

Nis tritt auf die Brücke. Die Mutter ihm nach!
Er weist nach dem Wrack und spricht gemach:
„Und seine Mutter?“

Nun springt er ins Boot und mit ihm noch sechs:
Hohes, hartes Friesengewächs;
Schon sausen die Ruder.

Boot oben, Boot unten, ein Höllentanz!
Nun muß es zerschmettern …! Nein, es blieb ganz …!
Wie lange? Wie lange?

Mit feurigen Geißeln peitscht das Meer
Die menschenfressenden Rosse daher;
Sie schnauben und schäumen.

Wie hechelnde Hast sie zusammenzwingt!
Eins auf den Nacken des andern springt
Mit stampfenden Hufen!

Drei Wetter zusammen! Nun brennt die Welt!
Was da? – Ein Boot, das landwärts hält –
Sie sind es! Sie kommen! – –

Und Auge und Ohr ins Dunkel gespannt…
Still – ruft da nicht einer? – Er schreits durch die Hand:
„Sagt Mutter, ’s ist Uwe!“

Otto Ernst 1862-1925