Irritation und Verwirrung

Die Montagskolumne #196 Die Stimmung kippt

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Das einzige – obwohl ich seine Position zu Europa teile – was ich an der Rede Gaucks gut gefunden habe: Wir müssen von den Sofas aufstehen und das Heft selbst in die Hand nehmen! Wir werden europaweit verarscht und da reicht es eben nicht, als Konservativer das kleinere Übel FDP zu wählen! Wir müssen links wählen und zwar ganz links! Denn wir wissen, die Linke wird nichts durchstimmen, sie wird nicht an die Macht kommen, aber die Lobbyverbrecher eben auch nicht!

Wenn sich die Verbraucher von links bis rechts ein Mal einig sind, wenn WIR zwei, drei Tage lang, ALLE keine einzige Scheibe Wurst kaufen, dann wird sich die EU-Lobbybande umtuen und ihren Entscheid revidieren, Inhalte unserer Lebensmittel nicht zu deklarieren, falsch zu etikettieren,

Wenn wir alle uns ein, zwei Tage lang gegenseitig cash bezahlen, werden sich die Banker bekotzen und wir uns kennenlernen. Wir werden den Strom abschalten und uns eine Nacht im Kerzenschein aneinander wärmen und persönlich miteinander sprechen; dann wachen wir auf und lassen die Ideologie links und rechts liegen. Denn selbst wenn man die EEG-Umlage und Hartz4 verdoppelt, holen wir die Subvention der Atom- Kohle- Auto- und Rüstungsindustrie nie auf!

‎Die Mächtigen brauchen Krieg, den äußeren Feind, um innen durch Angst und Bedrohung zu einen, Krieg als wirtschaftliche Lösung. „Wenn Syrien die Türkei angreift, dann trifft sie die Nato insgesamt,“ sagt de Maizière und konstruiert dabei den Bündnisfall. Es wird immer schwieriger, die Europäer auf europäische Standards zu bringen, besonders weil sich Europa nicht an seine eigenen Standards hält!

Bildung bleibt der Schlüssel zu Integration. Denn wer gebildet ist, wird kein Rassist. Er ist interessiert an der anderen Sprache, an Vielfalt, an der anderen Kultur. Bildung ist keine Ware und muss für alle erreichbar sein. Wenn Menschen aus Armut, oder Verfolgung in reichere Länder einwandern, dann ist das verständlich – wir würden das gleiche für unsere Kinder tun. Aber wenn diese Menschen in ihren EU-Herkunftsländern schlecht behandelt werden, muss man sich fragen: Wie konnten diese Länder die Standards für einen EU-Beitritt erfüllen?

Wir können die Europa Skeptiker, oder Menschen, die Angst vor Überfremdung, Islamisierung und Lohndumping haben, nicht einfach als Nationalisten und Rassisten abtun, wir müssen den Europäischen Gedanken denken. Denn wo es allen gut geht – wirtschaftlich wie politisch – will jeder bleiben.

Djdeutschland

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