Irritation und Verwirrung

Die Montagskolumne #139 Immer weniger immer mehr

Spanien ist nicht Deutschland

werden die Leute sagen. Doch beide Länder liegen in Europa. In Spanien gehen die Menschen für mehr Demokratie auf die Straße, in Deutschland nicht einmal zur Wahl. Die Beteiligung in Bremen war niederschmetternd, jeder zweite blieb zur Hause. Nicht einmal die Jugend ist zu begeistern, immer Weniger entscheiden über immer mehr. Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist mit einer offiziellen Quote von 21,3 Prozent so hoch wie in keinem anderen EU-Land. Unter den 18- bis 25-Jährigen liegt sie sogar bei 45 Prozent. In Deutschland liegt die Quote niedriger, bereinigt und schöngerechnet durch die Arbeitbeschaffungsmaßnahmen, hast Du einen Ein-Euro-Job, bist Du auch nicht arbeitslos.

Der Aufschwung ist da, doch wo kommt er her und wo kommt er an? Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland steigt, Ende September 2010 gab es mehr als 7,3 Millionen geringfügig entlohnte Beschäftigte, die bis zu 400 Euro abgabenfrei verdienen können. Das sind fast 1,6 Millionen mehr als 2003, Knapp fünf Millionen arbeiten demnach ausschließlich als Minijobber. Die Bruttolohnquote fällt ständig, Arbeit wird staatlich subventioniert, nur die Staatsverschuldung und der Kapitalertrag der Abzocker und Banker steigen kräftig an.

Die Individualisierung der Schuld, Gewinne werden privatisiert. Hast du keinen Job, verdienst du zu wenig, sitzt du seit Jahren im Billigjob oder im Praktikum, bist du selber schuld. Eine Minderheit verdient immer mehr und die Mehrheit immer weniger. Noch ist Deutschland ruhig, die Sprit- und Lebensmittelpreise noch zu niedrig, die Monopolisten exportweltmeistern weiter vor sich hin, gestern haben sie die DDR gekauft, morgen kaufen sie Griechenland.

Djdeutschland

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