Irritation und Verwirrung

Die Montagskolumne #125 Change is coming

Quelle: Tagesanzeiger

Das Regime ist am Ende

Das kann jeder sehen. Erinnern wir uns daran, was das Kippen von Regimen in den letzten zwanzig Jahren mit Europa gemacht hat. Wir können frohlocken! Die Frage ist nur: zu welchen Verlusten? Schließlich hat die ‚freie Welt‘ genügend Waffen geliefert zur Unterdrückung! Doch auch die Lieferanten der Unterdrücker werden fallen; Obama hat eine ähnliche Wirkung wie seinerzeit ein Gorbatschow. Der Fall der feudalen Regime in Nordafrika, wird uns allen noch mehr Freiheit bringen! Dass jetzt manche vor den Islamiten warnen, ist verlogen. Der bis zur Erschöpfung wiederholte Vorwurf des Terrorismus, während man selbst terroristisch agiert, ist nicht aufrecht zu halten. Das macht die Einsetzung Omar Suleiman in Ägypten klar: er war es, mit dessen Hilfe Mubarak den angeblichen Putsch einer Hamas gesteuert hatte! Das ist kein Garant für Sicherheit in der Region, sondern der Garant für Unsicherheit! Auch die Ägypter wollen, wie Tunesier und Jeminiten, Demokratie und Teilhabe, sie wissen: Terror ist der Feind des Islams.

Der Kommentator dxb in der Zeit hat recht: „Die Bilder gleichen sich“. „Zahllose Brigaden der schwarzen Sonderpolizei aufmarschiert“. Im Wendland, Berlin, Stuttgart…,  heißt es bei denselben Bildern etwa: „… musste ein großes Polizeiaufgebot die zum Teil gewalttätigen Chaoten zurückdrängen“. „Unsere Regierung will ja nur unser aller Bestes, (…) und ist natürlich nicht durch die Kleptokraten gekauft. Wir sind froh, dass die Korruption bei uns ’nur‘ strukturell ist, systemimmanent und daher rechtlich nicht verfolgbar.“

Djdeutschland

5 Antworten

  1. Frank Steinert

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wenn sie das so naiv sehen, dass bisher der Nahe Osten vom „Westen“ terrorisiert wurde, möchte ich anbringen, warum der Iran für Menschenrechtsverletzungen und Atomprogramm und Waffenlieferungen sanktioniert wird, die Welt eine Zwei-Staaten-Lösung in Palästina anstrebt und dennoch keiner dazu bereit ist – viel weniger auch die Siedler dort, warum die Anschläge des 11. September nicht vorher Demokratie – die ja gewollt ist – in Afghanistan vorher schon gelebt wurde.. Kann nicht auch auf eine Demokratisierung aufgrund weiterführender Aufklärung geschlossen werden, anstatt gegen das Aufbegehren gegen „westlichen Terroismus“?

    Januar 30, 2011 um 5:55 pm

  2. klena

    …und Bomben sind ihrer Meinung nach „weiterführende Aufklärung“ – was trägt denn der Westen zur Demokratisierung bei außer hohler Worte und Konspiration mit korrupten Politikern?! Bundeswehrsoldaten…!

    „Militär ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Jeder, der in Afghanistan mit einer Uniform aufläuft, ist ein Besatzer.“

    Reinhard Erös, Oberstarzt a. D. und Begründer der „Kinderhilfe Afghanistan“

    Und was für Werte spiegelt er damit wider? Europa, der Westen, brüstet sich dauernd mit etwas, das es gar nicht ist…

    Hier regiert nicht die Mehrheit, hier regiert das Geld und damit wenige Machthaber. Und schauen Sie doch gerade mal nach Ungarn oder Italien, dann wissen Sie, was es mit der meinungsfreiheit des Westens auf sich hat – hier herrscht doch höchstens Meinungsgleichheit in den Medien. Menschen, die den Finger auf die Wunde legen, nennen sie naiv! Das ist naiv…

    Januar 30, 2011 um 6:27 pm

  3. Frank Steinert

    …weiterführende Aufklärung bedeutet für mich, den Mut haben zu dürfen sich des eigenen Verstandes zu bedienen und – ohne Islamfeindlich zu sein – von den Worten des Koran und der Worte Mohammeds losgelöster sich als Muslim verwirklichen zu können.

    Der Prophet Mohammed begann mit der (militärischen!) Eroberung Arabiens und später Pesiens ab 639 n.Chr von Medina aus. Was war daran friedlich? Bis heute gibt es die unterschiedlichen Rituale, Feste der daraus entstandenen muslimischen Glaubensströmungen zu deren Vertretern.

    Gelesen habe ich dazu sicher nicht genug, aber wohl wissend schon, dass der Islam mit seinem Zedaq (der Almosensteuer etc.) nicht unsozial oder unaufgeklärt sein muss.

    Ich habe jetzt auch keine Lust in jedes Detail zu gehen, denn die Bundeswehr ist nicht in Afghanistan oder in den nächsten hundert Jahren in anderern weiteren Ländern – was abzusehen ist(!), weil Deutschland „Länder besetzen“ will, sondern weil andere Konflikte auch eine Bedrohung für Deutschland sein können. Ich gehe nicht mal an den erweiterten Sicherheitsbegriff des Solana-Papieres von 2003 in der es um Energiesicherheit aber wohl um Gesundheit und Ernährungslage in der Welt ging.

    Ich schätze auch Herrn Erös für sein Engagement – der weis sicher wovon die Rede ist als Oberstarzt a.D. – gerade auch wenn es um militärische Interventionen geht.

    Zudem die Anmerkung: Es heißt ja auch wer das Schwert zieht wird… und nicht wer das Schwert trägt! Nur noch meine Anspielung auf die zukünftigen Herausforderungen zur Deutschen Außen- und Sicherheitspolitik im europäischen und transatlantischem Rahmen sowie mit der UNO. Ich war auch in der Bundeswehr 2004 und wurde nicht als Besatzer für irgendein Land vorbereitet. Das mal zur Klarstellung.

    Freundliche Grüße,

    Januar 30, 2011 um 7:07 pm

  4. Stanislaw

    Der bis zur Erschöpfung wiederholte Vorwurf des Terrorismus, während man selbst terroristisch agiert, ist nicht aufrecht zu halten.

    Januar 31, 2011 um 6:51 pm

  5. Schwerlich.

    Januar 31, 2011 um 7:41 pm

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