Irritation und Verwirrung

Blue Adair

Was tun?

Was genau vor sich geht dort in 1500 Metern Tiefe,
wissen nicht einmal die Notfallteams.
Es brauchte Tage, bis sie überhaupt wahrhaben wollten,
dass das Öl nicht aus den Tanks der gesunkenen Bohrinsel,
sondern direkt aus den Tiefen der Lagerstätte dringt.
Knapp eine Million Liter täglich, strömen aus dem Leck am Bohrloch
der gesunkenen Bohrinsel „Deepwater Horizon“

Der Ölfilm im Golf von Mexiko bedeckt mittlerweile
über 10 000 Quadratkilometer, eine Fläche so groß wie Zypern,
fast 20 Mal so groß wie der Bodensee.

Das Ministerium für Natur und Fischerei des US-Bundesstaates Louisiana
sieht 445 Fischarten, 45 Säugetierarten, 32 Amphibienarten
und 134 Vogelarten unmittelbar gefährdet.

Wer die Gegend kennt, kann sich vorstellen was auf dem Spiel steht.
Der Apokalyptiker denkt an die Hopi-Prophezeiung:
„Wenn ihr am Herzen der Mutter Erde grabt, dies werden eure letzten Tage sein!“

Der Optimist, an einen Feuerwehrmann wie ‚Red Adair‘,
der 1962 in der Wüste von Algerien ‚The ‚Devils cigarette lighter‘ ausmachte.
Die Flamme einer Naturgasquelle hatte sechs Monate 250 Meter hoch gebrannt,
sie war aus dem Weltraum zu sehen.

So versuchen sich die Experten nun an einer gewaltigen Lösung:
Das Öl soll in der Tiefe unter einer Kuppel eingefangen werden,
damit es kontrolliert abgepumpt werden kann.

Es wird kompliziert sein, die Käseglocke passgenau zu platzieren,
da an wohl drei Stellen Öl aus der abgerissenen Leitung strömt.
Es könnte sich als sinnvoll erweisen, das Rohr weit unten zu kappen,
um nur noch eine Austrittsstelle zu haben.
Die Sicht dort unten ist allerdings schlecht
und wird von Ölschlieren zusätzlich behindert.

Nun macht der BP-Chef in den USA, Lamar McKay, Hoffnung:
In etwa einer Woche könnte es klappen.

Djdeutschland

2 Antworten

  1. Ob diese Äußerung den Menschen am Mississippi allerdings Anlass zur Hoffnung gibt bleibt fraglich. Sie haben sich grade erst von der Katrina-Katastrophe 2005 erholt und nun steht das nächste Unheil buchstäblich vor der Tür.
    Egal was nun unternommen wird, das Öl, was bereits im Wasser ist, wird drastische Auswirkungen auf die Ökosysteme haben. Einmal durch das Auftreffen des Ölteppichs auf Land, desweiteren durch die „kontrollierte Verbrennung“, die zu massiver Luftverschmutzung führen wird und dabei nichtmal das gesamte Öl umsetzen kann, und nicht zuletzt der Einsatz von Chemikalien, die allein zur Bindung des Öls beitragen, dessen Endprodukt jedoch dann zum Meeresgrund sinkt und dort keinesfalls verschwunden ist!
    Bleibt zu hoffen, dass Herr Obama die richtigen Entscheidungen trifft – auch wenn er wohl vielmehr in dieser Situation als Statist auftreten muss…

    Mai 4, 2010 um 6:54 pm

  2. Du hast wohl recht Blogbert, auch ich mache mir große Sorgen,
    besonders um (noch) weiter entfernte Gebiete die mir bekannt sind.
    Doch man darf die Hoffnung nicht aufgeben!
    Und wenn diese Katastrophe nur dazu gereicht.
    daß endlich ein Umdenken unter den Oeljunkies einsetzt.
    Ich danke Dir für Deinen Kommentar.

    Mai 4, 2010 um 11:23 pm

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