Irritation und Verwirrung

Pressemitteilung No BNQ · St. Pauli Süd

Bild: Asaf Hanuka
No-BNQ-PM-2010-01-21

Baugenehmigung für BNQ – Der Drops ist noch nicht gelutscht!

Hamburg, 21. Januar 2010 / Laut Ankündigung des Bezirksamtsleiters
wird die Baugenehmigung für das Bernhard-Nocht-Quartier erteilt.
Wir freuen uns außerordentlich darüber,
dass Investoren und Politiker schon vielen Anregungen
unserer Initiative gefolgt sind – Herzlichen Glückwunsch!

Auch sind wir gern bereit, ihre Planungen –
welche einer nachhaltigen Stadtplanung auch nach Vorgaben
der von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachten zuwiderlaufen –
in Zukunft weiter zu begleiten.

So lange bis aus dem ewig gleichen Eigentumswohnungsgebaue
ein Konzept wird, das den tatsächlichen Bedürfnissen des Viertels
und seiner AnwohnerInnen gerecht wird.
Bekannt ist bereits, dass die Investoren den BewohnerInnen
und Kneipen eine Mietgarantie über zehn Jahre geben wollen.
Auch diesen Umstand begrüßen wir –
schließlich sind es nicht zuletzt unsere Steuergelder,
die da in Form von Fördergeldern die Investoren
zu diesem Zugeständnis verpflichten.

Doch zehn Jahre sind nicht genug.
Und so müssen wir jetzt schon mitteilen,
dass wir auch nach Ablauf dieser Zeit immer noch da sein werden –
und mit Spannung erwarten, was dann mit den Wohnungen geschieht…

Schade finden wir allerdings,
dass die Details zur Baugenehmigung anscheinend am Montagabend
wieder einmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit beschlossen wurden.
Dies zeugt vom weiterhin intransparenten Vorgehen:
Welches Treffen mag das wohl gewesen sein,
bei dem Investoren und Politik nach dem Beschluss im Bauausschuss
am 6. Januar verhandelten?
Auch nach intensiven Recherchen konnten wir kein Gremium finden,
bei dem dieser Punkt auf der Tagesordnung stand.
Ernst gemeinte Beteiligung der Nachbarinnen und Anwohner geht anders,
aber auch hier bieten wir gern Nachhilfe an.

Mit dem Ideenkonzept „Guten Morgen, Hamburg!“
haben wir Vorschläge für gemeinsame Planungen mit den AnwohnerInnen
sowie genossenschaftliche Lösungen und Ideen für eine sinnvolle Nutzung des Quartiers entwickelt –
für die Menschen, die hier leben und für die,
die in Zukunft unsere NachbarInnen sein werden.
Und ein von uns aufgestelltes, tragfähiges Finanzierungskonzept beweist:
Eine Sanierung der Häuser, günstige Mieten
und eine stadtteilgerechte Nutzung der Flächen und Gebäude
sind auch ohne Investoren und den Bau von Eigentumswohnungen bezahlbar.

Man darf von seinem Hinterhof mehr verlangen als zum Gähnen langweilige
und lediglich von Profitgier bestimmte Klötze mit 80 Eigentumswohnungen –
die Abwertung unseres nicht zuletzt auch stadtgeschichtlich bedeutsamen Viertels
werden wir nicht zulassen!

Wir sind kooperativ und gesprächsbereit.
Und unser Protest ist mit der Entscheidung des Bezirksamts noch lange nicht beendet.
Mit unseren Vorstellungen sind wir nicht allein,
sondern Teil eines stetig wachsenden Zusammenschlusses von Initiativen
in Gesamt-Hamburg, die sich einig sind: Wir können es besser!

Wir arbeiten weiter gegen die Gentrifizierung und freuen uns darauf,
den Herren Köhler und von Bargen mit unserem Konzept die Chance zu eröffnen,
ein in Hamburg bisher einmaliges Projekt umzusetzen!
Mit freundlichen Grüßen
Die Interessengemeinschaft No BNQ
__
Kontakt:
Interessengemeinschaft No BNQ
c/o GWA St. Pauli
(040) 410 9887 31
info@no-bnq.org

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