Irritation und Verwirrung

«Danke, ihr wachsamen Helvetier!»

Einem Land,

in dem sich schon vor Jahrhunderten
das Waldvolk der ‚räsen Junker‘
widersetzte, einen Hut zu grüßen,

der ältesten bestehenden Demokratie der Welt,
die so auf Neutralität bedacht ist,
kann man nachsehen, daß  MULTIKULTURELL
der Landnahme einer Steinzeit-Religion entgegenwirkt wurde.

Was hat Religion mit Freiheit zu tun?

7 Antworten

  1. Nikita Bondarev

    „Scheiß Schweizer! Zuerst Steueroase – nun Nazi-Paradies!“ – Ein ironischer Artikel zu diesem Thema – http://freidemzen.wordpress.com/2009/11/29/scheis-schweizer-zuerst-steueroase-%E2%80%93-nun-nazi-paradies/

    http://freidemzen.wordpress.com/

    Genau, wir alle dachten zwar, dass zwei Antwortmöglichkeiten erlaubt waren, aber eigentlich war doch nur eine gestattet – „Für den Minarettbau heißt: aufgeschlossen, aufgeklärt, intelligent; gegen ebendiesen heißt nun mal: intolerant, rechtsextrem, faschistisch! Da kann man ja eigentlich nicht so viel falsch machen! Macht das Kreuzchen, wo es hingehört und alle sind glücklich!“

    ansonsten wird diffamiert und kräftig mit der braunen Keule geschwungen – so funktioniert Demokratie – aber irgendwie stinkt Demokratie ja!

    Toll, dass auch noch alle wissen wieso genau die Schweizer sich so entschieden haben. Und zwar aus den falschen Gründen…

    Ich rufe auf die Wahlen dann einfach abzuschaffen, so wird immer richtig entschiden! :-)

    Nikita Bondarev

    Dezember 1, 2009 um 10:39 am

  2. Danke Nikita Bondarev,

    und mir fällt der ‚Bundschuh‘ ein:
    „Warum man mich in keiner Kirche/Moschee/Synagoge sieht,
    ja weil mein Herz der Heuchelei entflieht, ja weil mein Herz der Heuchelei entflieht…“

    Herzlichst
    Dj

    Dezember 1, 2009 um 12:12 pm

  3. Tarik Akan

    Die Deutschen sind als Nation durch ihre Geschichte stärker vorbelastet als andere Nationen, und man müsste meinen, dass sie auf das Thema Rassismus und Volksverhetzung sehr sensibel reagieren und inzwischen damit umgehen könnten, um nicht dieselben Fehler zu begehen wie in der Vergangenheit. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck, die Deutschen hätten tatsächlich aus ihrer Geschichte gelernt. Da heißt es zur Volksverhetzung im Strafgesetzbuch §130 Absatz 1:

    (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

    1. zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder
    2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,
    wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

    Die Neufassung dieses Paragraphen, der seinen Ursprung in der Weimarer Republik hat, geht konkret auf die historische Erfahrung zurück und den Rassismus und Antisemitismus, der auch in den Fünfzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts, d. h. noch Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, weiter fortbestand.

    Das Gesetz ist jedoch die eine Seite, die Realität in Deutschland die andere, denn der Begriff „Volksverhetzung“ scheint nicht mehr ganz so klar definiert und im Bewusstsein der Deutschen zu sein. Deutlich wurde dies bei den viel zitierten rassistischen Äußerungen des deutschen SPD-Politikers und Finanzsenators Thilo Sarrazin im September 2009 in einem Interview mit der Zeitschrift „Lettre International“, der Türken und Araber für nicht integrations- und bildungsfähig hält und Anstoß daran nimmt, dass sie „ständig neue kleine Kopftuchmädchen“ produzieren. Mit anderen Worten stellen Araber und Türken aus Sarrazins Sicht geistig unterlegene Volksgruppen dar, die Kinder – man achte hier auf die Wortwahl – „produzieren“, als würde er nicht von Menschen sprechen. Darin kommt Sarrazins tiefe Verachtung diesen Menschen gegenüber zum Ausdruck. Seine Wortwahl weist unmissverständlich auf sein rassistisches Gedankengut hin. Er ist, das muss hier deutlich gesagt werden, der klassische Rassist, der lediglich nach außen hin vorgibt, bessere Gründe für seinen Standpunkt anführen zu können, während es sich in Wahrheit um primitive Volksverhetzung handelt.
    Schlimmer als die Äußerungen Sarrazins waren jedoch die Reaktionen in Deutschland, denn es begann eine Debatte darüber, ob man Sarrazins Äußerungen überhaupt als Volksverhetzung bezeichnen könne oder ob es nicht doch etwa nur berechtigte Kritik sei und Sarrazin lediglich das ausgesprochen habe, was die Mehrheit der Deutschen denke und nur nicht auszusprechen wage. Diese Haltung spiegelte sich auch kurz nach den Äußerungen Sarrazins in den Medien wider. So lautete beispielsweise das Thema der ARD-Talksendung „Hart aber fair“ vom 7. Oktober 2009: „Nach Sarrazins Türken-Schelte: Was ist noch Klartext, was ist schon Vorurteil?“ Spiegelautor Matthias Matussek, der ebenfalls an der Talkrunde teilnahm, fand Sarrazins Äußerungen sogar verdienstvoll. Den Vertretern einer solchen Meinung sollte jedoch eines bewusst sein: Hitlers Zeitgenossen fanden dessen „Mut“ damals ebenfalls lobenswert, weil er das „Judenproblem“ so klar benennen konnte. Wenn sich die Öffentlichkeit nur mit der Frage befasst, ob Sarrazin nun ein Volksverhetzer sei oder nicht, bleibt die Verurteilung seiner rassistischen Äußerungen natürlich aus. Volksverhetzung ist aber genau dann am gefährlichsten, wenn sie geleugnet wird.

    Tatsächlich handelt es sich um einen zunehmenden Rassismus in Deutschland, der hinter dem Begriff Islamkritik versteckt wird.
    Medienkritiker Kay Sokolowsky beschäftigt sich in seinem aktuellen Buch „Feindbild Moslem“ mit genau diesem Problem und spricht explizit von der zunehmenden Islamfeindlichkeit in Deutschland, die nichts anderes darstellt als Rassismus. Zwar ist „es nicht mehr oder noch nicht wieder gesellschaftsfähig […], ‚Kanake‘, Kümmeltürke‘, oder ‚Knoblauchfresser‘ zu sagen, so gern sie es auch möchten“, aber der Standpunkt wird durchaus von der Gesellschaft toleriert, dass Menschen mit islamischem Glauben grundsätzlich nicht zu trauen sei. Die rassistische Propaganda hat den Begriff Rasse einfach ausgetauscht durch den Ausdruck Kultur, um sich damit von jedem Verdacht freizumachen, rassistisch zu sein. Primitiver Rassismus erhält auf diese Weise einen aufgeklärten Anstrich, denn die Muslime werden nicht mehr aufgrund ihrer Rasse angegriffen, sondern wegen ihrer Kultur.
    Sokolowsky geht auf die unterschiedlichsten Aspekte der zunehmenden Islamfeindlichkeit ein. So kritisiert er die Berichterstattung über den Islam und die Muslime, die nichts mehr mit seriösem Journalismus zu tun hat. Als Beispiel par excellence führt er den „Spiegel“ an. „Kein anderes Millionemedium in Deutschland, nicht einmal Bild, trug so überzeugt wie der Spiegel dazu bei, die Angst vor dem Islam zu fördern“, schreibt Sokolowsky. Sein Urteil über den „Spiegel“ lautet daher: „Die Redaktionen der FAZ und der Süddeutschen Zeitung haben versucht, das Bedrohliche des Islam zu kontern mit der Normalität, welche die meisten Muslime, auch in Deutschland, zu leben versuchen. Der Spiegel unter Stefan Aust hat sich ausschließlich für die Fanatiker, das Abnormale, die Bedrohung interessiert.“ Unter der Chefredaktion von Aust wurde der Leser mit Spiegeltiteln konfrontiert wie „Allahs blutiges Land“, „Allahs rechtlose Töchter“, „Papst contra Mohammed“, „Mekka Deutschland – die stille Islamisierung“. Sokolowsky sieht sogar einen engen Zusammenhang zwischen dem rechten Hetzblog „Politically Incorrect“ und dem „Spiegel“, der sozusagen die Vorarbeit geleistet hat für rechtsradikale Hetzseiten im Internet.

    Zu den besonders unverbesserlichen Spiegeljournalisten gehört Henryk M. Broder, der die Islamfeindlichkeit in Deutschland zu schüren versucht, wo er nur kann, auch wenn es mit Lügen geschieht – ob bewusst oder aufgrund journalistischer Faulheit zur Recherche. So führt Sokolowsky das Beispiel der Ente mit den Sparschweinen an, die angeblich in einigen britischen Banken aus Rücksicht auf Muslime entfernt worden seien. Broder fiel auf diese Falschmeldung herein. Anstatt jedoch seinen Fehler einzugestehen, schlug er verbal um sich.

    Von Webseiten wie „Politically Incorrect“ wird Broder selbstverständlich gefeiert: „Den Islamhassern wurde er damit zum lebenden Beweis, dass sie keine Nazis und Rassisten sein können. Denn mit Broder steht an ihrer Seite ja ein Jude, einer zumal, der komplett blind ist für den Antisemitismus, der in ihren Köpfen wütet.“ Die Islamfeindlichkeit hat also inzwischen solche Ausmaße in Deutschland angenommen, dass Rechtsradikale und Juden einen gemeinsamen Nenner gefunden haben und sich gegenseitig wohlwollend auf die Schulter klopfen, wenn es um die antiislamische Hetze geht, ganz nach dem Prinzip: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Aus genau diesem Grund ist „Politically Incorrect“ auch proisraelisch eingestellt, denn Israel tut nichts anderes, als Muslime zu töten. Israel setzt um, was „Politically Incorrect“ sich auch für Deutschland insgeheim wohl wünscht.
    Broder ist natürlich nur einer von vielen, die Sokolowsky in seinem Buch anführt. Zu den so genannten „Kronzeugen“, wie er sie nennt, gehören beispielsweise auch Alice Schwarzer, Ralph Giordano und Udo Ulfkotte, die den Rassismus gegen Muslime in Deutschland bewusst schüren. Über sie schreibt Sokolowsky: „Bei ehemals Linken wie Broder, Giordano, Aust oder Schwarzer, die es als Mission betrachten, vor dem Islam und seinen Anhängern als größter Bedrohung der Welt seit mindestens Adolf Hitler und den Nazis zu warnen, bei den Journalisten, Politikern und Bürgern, die ‚Muslim‘ hören und ‚Selbstmordattentäter‘ denken, die ein Kopftuch sehen und ‚Zwangsheirat‘ oder ‚Ehrenmorde‘ murmeln, die von einem Moscheebau lesen und ‚Parallelgesellschaft‘ assoziieren: Bei all diesen Angsthabern ist die Grenze zur rassistischen ‚Ticket‘-Gesinnung bereits überschritten.“

    Worauf Sokolowsky in seinem Buch vor allem aufmerksam machen möchte, ist, dass Rechtsradikalismus und Rassismus in Deutschland nicht zurückgedrängt, sondern einfach gegen Muslime und den Islam umgeleitet wurden. So schreibt er: „Dass sämtliche Medien Deutschlands sich auf einen ‚Ehrenmord‘-Fall stürzen, als ginge es ums Ganze der Einwanderung, dass der Bau einer Moschee erörtert wird, als wäre der Fortbestand des Christentums in Gefahr, dass ernsthaft von einer schleichenden Einführung der Scharia menetekelt wird, weil eine überforderte Familienrichterin sich zwischen Recht und Religion verhedderte: Dies alles deutet sicherlich nicht auf eine Marginalisierung des Rassismus hin, sondern auf den erschreckenden Erfolg, den er mit seiner Transformation zur ‚Islamkritik‘ erzielt hat.“ Islamkritik ist somit zum Freibrief für alle Rassisten in Deutschland geworden. Rechtfertigen müssen sich nur noch diejenigen, die diese Entwicklung kritisieren und auf die Gefahren hinweisen.

    Diese Entwicklung erklärt auch, weshalb Sarrazins rassistische Äußerungen keine Welle der Empörung in der Öffentlichkeit schlugen. Sarrazin wusste viele in Medien und Politik auf seiner Seite, so dass er im Grunde nichts zu fürchten hatte. Denn längst ist der Rassismus, der sich derzeit vor allem im Gewand der Islamkritik zeigt, nicht mehr nur bei den Rechtsradikalen zu finden. Selbst bei Linken hat er sich inzwischen durchgesetzt.

    Dezember 18, 2009 um 4:58 pm

  4. Sehr verehrter Tarik,

    Wie Du sicher weißt, bin auch ich ein Freund des Bösen,
    diese Polemik aber halte ich für eine besonders dreiste, ja sogar dumme Polemik,
    sie ist mir nicht fremd, sie regt mich auf, ich danke Dir dafür!

    Hat man doch vom Zentralrat gelernt, die ‚Schuldreflexe‘ zu bedienen.
    Um uns abzulenken, vom eigentlichen Kern des Problems, welches man mit sich selber hat,
    lebt es sich doch gut als Opfer.

    Eines ist sicher, keiner bringt mehr Moslems um, als Moslems, Glaubenskrieger die keine Verantwortung für sich selbst und ihre von Gott gegebenen Sinne übernehmen wollen.
    Gott hat keinen Kopf nur unseren Kopf. Gott hat keine Augen nur unsere Augen
    und Hände und Füße und Ohren…
    Man beruft sich ausgerechnet hier auf die Religionsfreiheit einer Religion, die die Freiheit anderer nicht anerkennen will, besonders nicht in ihren Herkunftsländern!

    Weite Teile der islamischen Welt sind von ihren ‚Pfaffen‘ entrechtet und dumm gehalten
    gegeneinander gehetzt und ausgebeutet.

    Wo waren die ‚viel zitierten Äußerungen‘ des Thilo Sarrazin rassistisch? Sprach er doch im speziellen von Berlin. (Das komplette Interview gab es nirgendwo im Netz zu lesen, nur im Lettre International für 17 Euro.)

    Die Zahlen des Zensus sprechen für sich, es gibt tatsächlich eine nicht unerhebliche Minderheit von Menschen arabischer oder türkischer Herkunft, die staatliche Transferleistungen in Anspruch nehmend, sich in keinster Weise integrations- und bildungsfähig zeigen und man könnte sehr wohl glauben, sie produzierten mit ihren rechtlosen Schwestern – parallel – Kopftuchmädchen als zusätzliche Kindergeldquelle und es ist wohl zitiert aus deutschen Strafgesetzbuch §130 Absatz 1:
    (1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,…

    Aber um es klar zu stellen: „Viele Drogenhändler sind Araber, wenig Araber sind Drogenhändler.“

    „Viele Obst und Gemüsehändler sind Türken, wenige Türken sind Obst und Gemüse Händler“,
    ein ehrbarer Beruf.

    Viele Deutsche sind keine Rassisten, aber die meisten wollen Frieden und keine Deutschenfeindlichkeit.

    Die Konfliktlinie verläuft nicht zwischen Deutschen und Ausländern,
    sondern viel mehr zwischen Ungebildeten, Rassisten und ignoranten Heuchlern und dem viel größeren Teil derer, die in Vielfalt gebildet und guten Willens sind. Diese werden als eine Bereicherung empfunden!

    Herzlichst

    Dezember 19, 2009 um 8:07 pm

  5. dddddddddddd

    Dein Verzerrtes Bild und die falsche Sichtweise ist ein Endprodukt medialer Beeinflussung.
    Dennoch hebst du dich der breiten Masse ab durch kritisches hinterfragen.

    Zitat DjD. :
    „Man beruft sich ausgerechnet hier auf die Religionsfreiheit einer Religion, die die Freiheit anderer nicht anerkennen will, besonders nicht in ihren Herkunftsländern!“

    Das Problem der Christen in der islamischen Welt besteht in der fehlenden Umsetzung des Islam und weniger in der Einstellung der Muslime zu den Christen. Es wäre behoben, wenn der Westen nicht ständig die Umsetzung des Islam in der islamischen Welt verhindern würde. Anders stellt es sich für die Muslime in Europa dar. Ihr Problem besteht hauptsächlich in der ablehnenden Haltung der Menschen gegenüber dem Islam.

    Es wurde schon viel über das Mineratt-Verbot in der Schweiz gesagt und geschrieben. Natürlich hängt die Praktizierung des Islam in Europa nicht vom Bau von Minaretten ab. Sie stellen keine islamische Pflicht dar, so dass die Muslime auf ihren Bau verzichten könnten. Das Problem liegt aber gar nicht so sehr darin, dass in der Schweiz lebende Muslime von nun an auf Minarette verzichten müssen. Bei gerade einmal vier Minaretten, die es in der Schweiz gibt, sind die meisten Muslime ohnehin nicht an Moscheen mit Minaretten gewöhnt.

    Nicht der Verzicht auf Minarette ist das Problem, sondern die Besorgnis erregende Entwicklung in Europa, der durch das Referendum in der Schweiz „demokratisch“ zum Ausdruck gebracht wurde. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy fasste diesen europäischen Trend gegen den Islam in der Zeitung „Le Monde“ zusammen: „Anstatt das Schweizer Volk endgültig zu verurteilen, sollten wir auch verstehen, was es ausdrücken wollte und was so viele Völker in Europa fühlen, darunter das französische Volk.“

    Das Minarett-Verbot ist zum Präzedenzfall in Europa geworden und spiegelt das europäische Islambild wieder, denn in vielen europäischen Ländern fragte man sich, wie wohl bei ihnen ein solcher Volksentscheid ausfallen würde, anstatt Anstoß an dem Verbot zu nehmen. Man kann vor allem sicher sein, dass dies nur der Anfang war. Es ist ein Vortasten, wie weit man überhaupt gehen kann, die „Religionsfreiheit“ der Muslime einzugrenzen. In Frankreich, das zur Zeit über ein Verbot des Gesichtsschleiers nachdenkt, wurde durch das Minarett-Verbot eine Debatte über neue Moscheebauten ausgelöst.

    Die Muslime in Europa hätten ohnehin nichts zu melden, weil Christen in der islamischen Welt ebenfalls unterdrückt seien – so die Reaktion auf die Kritik der Muslime am Minarett-Verbot. Als Beispiel wird der Irak angeführt, wo nach dem Sturz Saddam Husseins Christen getötet wurden oder aber flüchten mussten. Im heutigen Irak herrscht jedoch kein Normalzustand, um als Argument dienen zu können. Seit der Okkupation durch die USA starben ebenso unzählige Muslime – Sunniten und Schiiten gleichermaßen – oder mussten fliehen. Der Tod von Menschen ist dort noch immer an der Tagesordnung, und zwar unabhängig von ihrer Glaubenszugehörigkeit.

    Weder der Muslim noch der Christ ist im Irak wirklich seines Lebens sicher. Auch die Türkei und der Umgang mit den Christen dort wird gerne als Beispiel angeführt. In der Türkei kann allerdings niemand seine Religion richtig ausüben. So gilt an Universitäten ein Kopftuchverbot für muslimische Frauen, das weitaus schlimmer wiegt als das Minarett-Verbot in der Schweiz, weil das Kopftuchverbot eine islamische Pflicht betrifft. Das heißt, selbst die Muslime sind gegen Diskriminierung und Unterdrückung in der Türkei nicht gefeit. Darüber sollten sich die Muslime mehr Gedanken machen als über das Minarett-Verbot in der Schweiz.

    Moschee von Petit-Saconnex in Genf

    Es geht hier aber gar nicht so sehr darum, die Frage zu erörtern, ob Christen in der islamischen Welt unterdrückt werden und inwiefern sie ihre Religion ausüben können. Vielmehr geht es um die Argumentationsweise selbst, weil Europa im Gegensatz zu den islamischen Ländern die Demokratie als Aushängeschild hat und Freiheit als eine wesentliche Idee der Demokratie propagiert – auch die Religionsfreiheit. Aus dem angeführten Argument ist zu verstehen, dass es legitim sei, die Muslime in Europa zu diskriminieren, weil Christen in der islamischen Welt ebenfalls unterdrückt seien. Das „aufgeklärte“ Europa argumentiert mit islamischen Ländern, die durchweg Diktaturen darstellen.

    Befürworter des Minarett-Verbots, die zur gleichen Zeit Vertreter der Demokratie sind, beziehen sich auf Diktaturen, um das Vorgehen gegen die Muslime in Europa zu rechtfertigen bzw. die Kritik der Muslime zu unterdrücken. Für Europa ist diese Argumentationsweise ein absolutes Armutszeugnis. Denn entweder ist man von der Demokratie überzeugt und wendet seine Überzeugung ohne Unterschied auf alle Menschen an, oder aber man gibt offen zu, dass man nicht gewillt ist, den Muslimen die Religionsfreiheit zuzugestehen, ohne dabei irgendwelche demokratischen Scheinargumente vorzubringen, wie etwa, dass das Verbot auf der Basis einer demokratischen Mehrheitsentscheidung zustande kam.

    Im Unterschied zu den Nichtmuslimen, deren Verhältnis zu den Muslimen immer von ihrem jeweiligen Islambild und dem Grad ihres Islamhasses abhängt und nicht von ihren demokratischen Überzeugungen, ist der Umgang der Muslime mit Christen und anderen Nichtmuslimen islamisch genau festgelegt, und zwar unabhängig von ihrer persönlichen Einstellung zum Christentum oder der politischen Situation. Das Verhältnis zwischen Muslimen und Christen hängt nicht von irgendwelchen politischen oder gesellschaftlichen Umständen ab, sondern von den Vorgaben des Islam, um die sich beispielsweise ein Staat wie die Türkei nicht schert.

    Unter der islamischen Herrschaft sah es selbstverständlich anders aus als in der Türkei. Beispielhaft ist das Edikt, bekannt als Ahdnama, das Sultan Muhammad al-Fatih, der Eröffner Konstantinopels, 1463 erließ, worin er den Christen Bosniens garantierte, in Freiheit und Frieden im Kalifat leben zu können. Das Problem der Christen in der islamischen Welt besteht folglich in der fehlenden Umsetzung des Islam und weniger in der Einstellung der Muslime zu den Christen. Es wäre behoben, wenn der Westen nicht ständig die Umsetzung des Islam in der islamischen Welt verhindern würde. Anders stellt es sich für die Muslime in Europa dar. Ihr Problem besteht hauptsächlich in der ablehnenden Haltung der Menschen gegenüber dem Islam.

    Hass und Ablehnung spiegeln sich in den Argumenten wider, die von der Islamisierung eines Landes wie der Schweiz über die Diskriminierung der Christen in der islamischen Welt bis hin zur Veränderung des Ortsbildcharakters durch Minarette reichen. Letzteres dient der FPÖ inzwischen als Argument, denn die Partei plant nach dem Vorbild der Schweiz auch in Österreich einen Antrag zum Minarett-Verbot einzureichen, um mit dem europäischen Anti-Islam-Trend mitzuhalten. Bei Argumenten wie diesen macht ein Disput zwischen Muslimen und Nichtmuslimen keinen Sinn. Denn was erwartet man von den Muslimen? Sollen sie einräumen: „Ja, wir unterdrücken die Christen in der islamischen Welt“? Welche Konsequenzen zöge dann das „aufgeklärte“ Europa? Ist dies tatsächlich eine Rechtfertigung dafür, die Muslime in Europa zunehmend zu unterdrücken?

    Dezember 27, 2009 um 10:53 pm

  6. Tarik Akan

    Aha nun wird angefangen zu Zensieren !!

    Faschistisch verborgen hinter Linksromantik oder wie ?

    Wo ist der Text von ddddddddd ?

    Dezember 29, 2009 um 2:18 pm

  7. Lieber dddddddddddd, lieber Tarik Akan!

    Ihr immer mit Eurem Islahm.

    Sorry ich war Schlittenfahren in den Afghanischen Bergen, daher wurde dddddddddddd’s Kommentar erst jetzt frei geschaltet…
    Ich bin froh, daß Ihr Euch vor Wut keinen Sprengstoff ans Bein gebunden habt…:-)

    Spaß beiseite, keiner diskriminiert Euch,
    den Islam, höchstens ein Nacktscanner!
    Das mit der medialen Beeinflussung nehme ich übel, ich finde Euch schlimmer.

    Mit ‚rings wie lechts‘ hab ich wenig zu tun.

    Liebe Brüder, ich wünsche ein frohes neues Jahr und hoffe endlich auf die Einladung zum predigen in die Moschee.

    Euer Djd

    Dezember 30, 2009 um 11:23 pm

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