Irritation und Verwirrung

Die Montagskolumne # 52 Vertreibung

Cello 07 ohne Kopf

Ausgerechnet Klaus Töpfer

1994 bis 1998 CDU-Bundesminister für Raumordnung,
geigt uns Einen in der NDR-Talkschow:
„Wir können diesen unseren Lebenstil
nicht weiter exportieren!“

Denn wenn auch Chinesen und Inder,
wie wir fleisch- und raumfressend im ‚Wohlstand‘
Energie und Rohstoffe verschleudernd
in Eigenheimen mit Opel sitzen wollen,
dann geht, Co2 hin oder her,
bei vorangerittener Bevölkerungsexplosion,
diese Welt garantiert unter.

Man muß nicht studiert sein, um zu begreifen,
daß wir uns ändern müssen.
Wir müssen uns in den Städten verdichten
und statt toxisch schönem Leerstand
Bedingungen schaffen, die für Alle
nachhaltig und lebenswert sind.

Dazu muß man sich
von immer gleichen Ritualen
und Lagerdenken verabschieden.

Nicht nur das Schanzenfest

und die sich anschließende ‚Kristallnacht‘,
auch ein Piraten-Bundesparteitag,
sollte für die Legislative in dieser Stadt
ein ‚Weckruf‘ (Video anschauen!) sein.
Die soziale Unruhe ist längst da!

Das gazastreifenmäßig
über dem Viertel Kreisen mit Hubschraubern,
überbordende Polizeipräsenz und die
schwarzrot-nur-nicht-Gold-typisch-deutsch-Autonomen
haben sicher das Ihrige dazu getan.

Doch getobt haben hier,
wie Twitterer Sven Wiessners Bilder
vom Ort des Geschehens belegen,
in dieser Nacht die Geister, die man rief.
Der auswärtige, alkoholgeschwängerte Mob!
In bemerkenswerter Hemmungslosigkeit.

Die Vertreibung, die Überwachung.
Diese gänzlich an den Bedürfnissen
der Bewohner vorbeigehende Planung
unserer ‚wachsenden Stadt‘, zu Gunsten
toxischer, fremder Investoren und ihrer Autos,
nach überholten Berechnungsgrundlagen,
ist nicht mehr akzeptabel!

Hamburg hat gute Erfahrung mit
der städteplanerischen Beteiligung seiner Bürger gemacht!
Freie Projekte wie die Hafenstraße,
die Lomus, das Centro Soziale, Park Fiction,
Empire St. Pauli, das Skam, Es Regnet Kaviar u.v.m.
waren in dieser Stadt möglich
und sind bis heute wegweisend.
Sie machen diese Stadt lebenswerter und
haben zum kulturellen und wirtschaftlichen Erfolg beigetragen!

Die, die sich nur bereichern und berauschen wollen,
die nur die alten Wachstumsformeln im Munde führen
und deren überholtes Gedankengut
müssen vertrieben werden!

Djdeutschland

3 Antworten

  1. Sorry, aber den Randaletourismus erlebnisorientierter Nachtschwärmer mit der Kristallnacht zu vergleichen… wie kommt man nur auf so einen Mist? Da haben sich beide Seiten wie jedes Jahr gegenseitig provoziert und das schwüle Wetter tat ein übriges, daß die Fetzen flogen. Die Kloppereien zwischen Autonomen und Polizei nach dem Schanzenfest sind doch für beide Seiten ein Fest und Ritual, das ungern vermißt würde – sonst würden sie es ja nicht jedes Jahr unter dem tosenden Beifall der Medien wiederholen.

    Das kann man wohl kaum mit einer staatsparteilich geförderten und als „Volkszorn“ deklarierten ethnisch-religiösen Säuberungsaktion vergleichen. Sorry, aber diese Verharmlosung der NS-Greueltaten ist einfach nur abstoßend.

    Juli 6, 2009 um 4:28 pm

  2. Danke für Deinen Kommentar Kiki!

    Natürlich wollte ich mit ‚Krisallnacht‘ polemisch provozieren
    und als Radfahrer gegen das zerschmeißen von Flaschen protestieren.
    Besonders auf Menschen.
    Ich wollte Dich nicht abstoßen und
    geniesse wie immer, daß man/frau in meine Abseitsfalle gelaufen ist.

    Bleib uns gewogen!
    Dj

    Juli 6, 2009 um 4:45 pm

  3. Immer gerne. :-)

    Juli 6, 2009 um 7:40 pm

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