Irritation und Verwirrung

Die Montagskolumne # 16


Andy Reynolds

Mitte der Achtzigerjahre hatten wir, noch wild und gefährlich,
davon geträumt, die Sparer zum kollektiven Abheben
ihrer Sparguthaben zu bewegen und so das Banksystem
zum Einstürzen zu bringen.

Heute scheint das System kurz davor zu stehen, dieses selbst zu schaffen.
Die Bundesregierung übernimmt eine Garantie für alle Sparguthaben.
Die Angst geht um.
Der Finanzminister will mit den Notenbanken
‚ein Sicherheitsfenster öffnen‘, heißt, die Möglichkeit schaffen,
weiterhin wertlose Papiere beleihen zu können, damit Banken
sich weiter refinanzieren können, also weiter Geld zur Verfügung steht.

Nach 9/11 hatte man, um den Laden künstlich am Laufen zu halten,
drastisch Zinsen gesenkt,  Geld billig gemacht,
durch Erhöhung der Geldmenge,
das durch die Ausgabe von Schatzwechseln generiert wurde.
Die Notenbanken druckten Staatsanleihen.

Geld war damit so billig, man mußte einfach konsumieren,
Aktien, Autos, Immobilien kaufen, man mußte einfach Häuser bauen.
Das forcierte also das, welches, wenn wir ehrlich sind,
nie lange funktionieren kann.
Das Leben auf Pump.

Also weiter so?
Das Geld für einen Rettungsplan ist nicht da,
es kann nur über eine weitere Ausgabe von Wechseln,
also weitere Schuldenaufnahme finanziert werden.
Und der Markt, das kann man sehen, glaubt nicht daran.

Ein weiteres System, das nicht funktioniert ist die Telekom.
Wie sehr habe ich immer von einem Beratervertrag bei der Telekom geträumt.
Ich hatte euch sogar das Angebot gemacht,
garantiert den Umsatz um dreißig Prozent zu steigern!
Ich liebe die Telekom aber ich kann mein Angebot leider nicht aufrecht erhalten.
Ich kann es nur erneuern und garantiere den Börsenwert
innerhalb eines Jahres zu verdoppeln.

Djdeutschland

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3 Antworten

  1. Honey

    Fidelity Fiduciary Bank

    Oktober 6, 2008 um 8:26 pm

  2. Oh Honey,
    you are my bunny.

    Dj

    Oktober 6, 2008 um 8:31 pm

  3. Hey DJ,

    guten Tag erstmal.
    Mir ist gerade eine Idee gekommen, die Dir sicher nicht neu ist.
    Zum ersten Mal seit langer, langer Zeit, ist der Staat auf uns angewiesen,
    den kleinen Mann und die kleine Frau, uns „Normalos“, die ihm ja sonst
    ziemlich schnurz egal sind, wir sollen ihm vertrauen und nicht in Panik
    geraten, und unsere Spareinlagen da lassen, wo sie sind (weil sie da ja
    angeblich sicher sind), und bloss den Konsum nicht einstetllen, weil dann
    wirds nämlich richtig eng.

    Und jetzt?
    Sollten wir nicht genau das tun?
    Weil wir endlich mal was tun können, was ihm, dem neokapitalistischen Staat
    richtig weh tut?
    Zurückschlagen?
    Ist doch sowieso früher oder später am Ende hier alles.

    Morgen buch ich meine Spareinlagen um und stelle den Konsum ein.
    Ausser Essen, Bier und Tabak.

    Hab nen schönen Tag,
    für freie Märkte,
    yours

    Frau Blau

    Oktober 11, 2008 um 12:50 pm

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