“Die Mutter der Ordnung
ist die Ordnungswidrigkeit.
Der Vater der Staatssicherheit
der Staatsfeind.”
“Ein Staat ohne Feind ist kein Staat.”
Heiner Müller
Heiner Müller


Neulich, als ich so niedergeschlagen
in den heiligen Fluren des Amtsgerichts
vor der Bad Bank sitze und noch
über die kaputte Beleuchtung direkt über mir sinniere,
biegt er mit vier Personenschützern um die Ecke:
Der erste Bürgermeister!
Gott schütze die Personenschützer!
Mich sofort erhebend, entfährt mir ein:
“Nein, der Bürgermeister!”
Meine ausgestreckte Hand wird sofort
schraubstockartig erwidert
und meine Frage: “Wie gehts?”,
sofort authentisch mit
stahlblauem, direktem Blick
und einem ernsten: “Man lebt”, pariert.
Das war’s und es hat mich nachhaltig beeindruckt.
Ganz anders Guido Westerwelle:
Ich traf ihn inkognito am Bahnhof,
ohne Personenschützer.
Er kam, vielleicht von einem seiner schwulen Besuche
aus St. Georg, und trug ein Dossier unterm Arm.
Auf Ansprache wollte er erst weiter stolpern
und auf meine Frage, warum er mir die Hand nicht schüttle,
entgegnete er mir, ob man sich kenne und hielt an.
“Na klar!”, sagte ich.
“Woher?”, fragte er.
Ich hätte jetzt natürlich sagen können:
“Der Personenschützer von Jürgen W. Möllemann,
Stichwort Einzelstern“, oder “ein Mossad Mann”,
oder einfach “ein Scarface wie Sie,
ein Verehrer.”
Aber er war eh schon ziemlich verunsichert
und es verschlug mir die Sprache.
So zog er ungeschüttelter Hände weiter.
Ole ist wirklich souverän,
sieht gut aus und ist authentisch.
Wohlgemerkt mit Personenschützern
auf heimischen Boden.
Guido ist hibbelig, wohlgemerkt,
ohne Personenschützer ungeschützt,
etwas unsicher so fern von Berlin.
Im Vergleich kann ich sagen,
mit Ole von Beust hat mir ein kommender Bundeskanzler
die Hand geschüttelt.
Aber mit Guido Westerwelle kein kommender
Außenminister begegnet.
Djdeutschland
feierten wir die Zukunft Deutschlands,
20 Jahre ‘Die ohne Schuh und Bleifuß Ohrenschmaus’.
Ein hochkarätig besetztes Häuptlingstreffen.
Und unsere Kinder.
Drei Tage Chaos.
Wie jedes Jahr.

daß beide da waren und die, die aus ihnen hervorgegangen sind.
Dieses Mal waren wir ganz besonders froh,
denn sie haben sich zerstritten und trotz Allem
sind beide da gewesen.
Das ist groß.

morgens zusammen ins Kino gegangen!
Eine Art Oskarverleihung;
der ‘Große Otto’ hat seinen ersten Film gemacht
und einen großen Preis gewonnen!







- der unter Einfluß von Jim Beam nicht so gut Schlagzeug spielen kann.

die kleine dicke Rothaarige,
ein Landschafts- und , Bothanikexperte,
Geschichte, Motorsägen, Holzgeschäfte.
Einer, der aussieht wie der Kanzler
mit langen roten Haaren, aber besser reden und denken kann.
Der Hainbergexperte wird demnächst
seine eigene Serie auf DjDeutschland beginnen!



einst schlimmes Kind,
heute, wie Mutter und Schwester und Anhang,
eine Klasse für sich
und ein junger Stern am Bloggerhimmel.
So wie ihr Kampfschiff, ich liebe ihn.

Kaffee und Musikexperte, war leider nur einen Abend da.

dem ich erstmals meine Freundschaft angeboten habe,
erwiderte meine Zuneigung und begrüßte mich
am nächsten Morgen mit: “Freund!”
Auf der Gitarre spielend, singend und tanzend
kann man es sehen: Er ist die ‘Weiße Hoffnung’!

noch vor ein paar Jahren
kleiner lieber Junge mit langem Haar,
verblüfft nicht nur seine ehemalige Lehrerin im Anzug
bei der Oskaverleihung.
Er hat versprochen, gut auf seine Schwester aufzupassen,
eine Blume, um die man sich auch,
meiner Meinung nach,
keine allzu großen Sorgen machen muß.


mein geliebter Schrottexperte im Ruhestand,
gilt als der Erfinder des Chaos.
Zumindest der Theorie.

wenn ihr nach 25 Jahren immer noch verheiratet seid,
feiern wir erbarmungslos die Silberhochzeit.
Friedman

des Volksaufstands unserer Brüder und Schwestern
im anderen Teil Deutschlands, mit vielen Toten,
am 17. Juni 1953, wurde als Feiertag abgeschafft.
Zu Gunsten des 3. Oktobers,
der ein 9. November war.
Der Bilder des Mauerfalls vom 9. Nov.1989;
Schabowski hatte auf einer im DDR-Fernsehen
übertragenen Pressekonferenz die Gewährung
von Reisefreiheit bekanntgegeben;
bringen mich noch heute zu weinen.
Doch es ist unauslöschlich,
der 9. November ist der Reichspogromnacht gewidmet.
Zur offiziellen Einheit am 3. Oktober 1990
weigerten sich die deutschen Kirchen -
typisch deutsch und uneinig,
landesweit die Glocken zu läuten.
Es wäre wunderschön gewesen.
Die Bilder des 17. Juni ‘53
erinnern uns an die von heute aus dem Iran.
Nur das bis jetzt im Gegensatz zum damaligen Volksaufstand
keine Panzer gegen das eigene Volk aufgefahren werden.

Der 17. Juni wäre im Zusammenhang
mit geschichtlicher Aufarbeitung, gegenseitiger Akzeptanz,
Respekt und einem gesunden, gemeinsamen Nationalbewusstsein,
zum Gedenken, ein guter Feiertag.
Am 3. November 2004 forderte
der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder, auch
den 3. Oktober als Feiertag der Deutschen Einheit abzuschaffen,
um so das Wirtschaftswachstum zusätzlich anzukurbeln.
Wo es im Iran hinführt,
ob zu Mir Hossein Mussawi oder Mahmud Ahmadinedschad,
ob zu mehr Demokratie oder mehr Diktatur,
ob das dort überhaupt ein Volksaufstand ist,
vermag ich nicht zu sagen.
Aber ich gebe zu bedenken,
wem nützt ein Aufstand,
wenn er nur in die nächste Diktatur führt
und wenn auch nur in die des Kapitals.
DjDeutschland
Aber Vorsicht:
Teheran ist nicht die Landbevölkerung!
Dort hat Ahmadinedschad, den man hierzulande
wider besseren Wissens zum Holocaustleugner
und Bedroher Israels geschrieben hat,
großen Rückhalt.
Doch jetzt scheinen die Kinder,
derer pro Familie acht,
dem Religionsführer geschenkt wurden,
die Revolution zu fressen.
Würde es den Iran nicht geben,
hätte man ihn sich ausdenken müssen.
Das perfekte Feindbild.
Obwohl sich an sämtliche
internationale Vereinbarungen haltend,
die atomare Bedrohung.
Israel und seine neue Regierung,
der Leute angehören, deren Politik und Verständnis von Zionismus
man durchaus mit Rassismus gleichsetzen kann;
mit zig Atomwaffen
in den Schatten gestellt.
Ein weiterer Kriegsgrund fällt weg.
Der Westen hat ein Problem.
Was, wenn der Iran jetzt seine Probleme
mit vielleicht auch ruppigen demokratischen Mitteln,
auf seine Art löst?
Dann wäre eine neue Ordnungsmacht in der Region geboren.
DjDeutschland

mit meinem Fahrrad an irgend einer Ampel stehend,
von überdachten Fahrradwegen träume
und warte, fahren sie immer noch alleinsitzend
in ihren Sprit fressenden Geländewagen
an mir vorbei und halten mich auf.
Angst vor Verknappung
haben sie nur an langen Wochenenden;
dann stehen sie in der zweiten Reihe
mit laufenden Motor und stürmen die Supermärkte,
als wenn die nie wieder öffnen würden,
von der Angst getrieben, kein Ciabatta mehr zu kriegen.
Arbeitsplätze statt Insolvenz sagen die Einen,
Sozial ist, was Arbeit schafft, die Anderen.
Und deshalb wird das, was längst insolvent ist,
weiter am Leben gehalten.
Als ich den 1. Bürgermeister beim Amtsgericht
vor der Vollstreckungsstelle frage, wie es ihm geht,
antwortet der: “Man lebt.”
Das, und sein fester Händedruck
haben einen bleibenden Eindruck
bei mir hinterlassen.
DjDeutschland